Wirtschaft : Risikovorsorge

Die sogenannte Risikovorsorge diente den Banken in der Vergangenheit manches Mal zur Bilanzkosmetik. Gewinne konnten hierdurch vermindert werden - die Steuerlast wurde verschoben oder gar minimiert. Doch spätestens seit den internationalen Finanzkrisen und den Pleiten auf dem heimischen Immobilienmarkt ist die Risikovorsorge zu einer echten Belastung für die deutschen Geldhäuser geworden.Betroffen waren in jüngster Zeit insbesondere Kreditinstitute, die sich im Immobilienbereich in den neuen Bundesländern und Berlin engagiert hatten. Im Handelsgesetzbuch ist geregelt, daß alle Vermögensgegenstände vorsichtig zu bewerten sind. Beim Jahresabschluß sind demnach alle vorhersehbaren Risiken und Verluste zu berücksichtigen. Manchmal wird die Risikovorsorge bei den Banken auch - nicht ganz korrekt - als Rückstellung bezeichnet.Wichtig ist jedoch: Die Beträge, die in die Risikovorsorge eingestellt werden, dienen nur dazu, drohende Verluste zu berücksichtigen. Es sind keineswegs schon eingetretene Verluste. Vielfach fallen diese später geringer aus. Dann können Risikorückstellungen wieder aufgelöst werden. Ferner können zum Beispiel Erträge aus dem Wertpapiergeschäft gegengerechnet werden. Entsprechend unterscheidet man auch zwischen Brutto- und Netto-Risikovorsorge.Fallen die Verluste dann tatsächlich an, tauchen sie in der Bilanz als Wertberichtigung oder Abschreibung auf. Man unterscheidet zwischen pauschalen Wertberichtigungen, wie sie die Kreditinstitute etwa für Länderrisiken vornehmen können, oder Einzelwertberichtigungen, wie sie für genau definierte, einzelne Engagements vorgenommen werden. Die Kredite werden dann ganz oder teilweise abgeschrieben.Wertberichtigungen schmälern den Gewinn, können (oder müssen) aber auch durch die Hebung stiller Reserven ausgeglichen werden.

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