Rückenbeschwerden : Der Stress sitzt im Kreuz

Nach dem jüngsten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse gibt es jedes Jahr 40 Millionen Krankheitstage wegen Rückenschmerzen.

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ech

Verspannt. Wer Stress im Job hat, leidet oft auch zeitgleich unter Nacken- oder Rückenschmerzen. Eine unangenehme Belastung für die Beschäftigten – auch für ihre Arbeitgeber.
Verspannt. Wer Stress im Job hat, leidet oft auch zeitgleich unter Nacken- oder Rückenschmerzen. Eine unangenehme Belastung für...Foto: dpa

Die Deutschen haben es im Kreuz: Laut aktuellem Gesundheitsreport Techniker Krankenkasse (TK) geht fast jeder zehnte Fehltag der Beschäftigten in der Bundesrepublik auf Rückenleiden zurück. Durchschnittlich 1,4 Tage fiel jeder der 4,1 Millionen TK-Versicherten im Jahr 2013 wegen Rückenbeschwerden aus – hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ergeben sich rund 40 Millionen Krankheitstage bundesweit.

Wer körperlich schwer arbeitet, hat häufiger Rückenschmerzen

Besonders häufig von Kreuzschmerzen oder Bandscheibenvorfällen betroffen sind dabei Arbeitnehmer mit schweren körperlichen Jobs wie Bauarbeiter oder Pflegekräfte. Aber auch Fernfahrer, die oft über lange Strecken sitzen, und Arbeitslose melden sich nach den Zahlen der Krankenkasse häufiger wegen Rückenbeschwerden krank als andere Beschäftigte – Letztere wegen des hohen psychischen Drucks, dem sie ausgesetzt sind. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Stress, psychologischen Belastungen und Rücken“, sagte TK-Chef Jens Baas bei der Vorstellung der Studie am Dienstag. Dies belege unter anderem eine aktuelle Umfrage des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag der TK, nach der drei von vier Beschäftigten mit viel Stress auch Rückenbeschwerden haben.

Rückenkranke fallen länger aus

Aus Sicht der Krankenkasse haben die Rückenbeschwerden von Beschäftigten nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für das Gesundheitssystem und die Unternehmen häufig gravierende Folgen. Wer sich mit Rückenproblemen krank meldet, fällt nach der Analyse der „Techniker“ im Schnitt 17,5 Arbeitstage aus – fünf Tage länger als Krankschreibungen in Deutschland im Schnitt dauern.

Für die Wirtschaft sind die Rückenleiden teuer

Für die Wirtschaft seien die rückenbedingten Fehlzeiten ein „ökonomisch relevanter Faktor“, sagt Baas: Durch die Krankschreibungen gingen der Volkswirtschaft 17 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr verloren, hat die Krankenkasse ausgerechnet. Die TK hat auch ermittelt, was die Ausfälle wegen Rückenleiden für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Mitarbeitern bedeuten: Unternehmen dieser Größe müssen jedes Jahr zweieinhalb Wochen auf die Arbeitskraft von fünf Mitarbeitern verzichten und überweisen quasi drei Monatsgehälter auf das „Konto Rücken“.

Die Techniker Krankenkasse setzt auf Prävention

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt die Techniker Krankenkasse auf Prävention und bietet verschiedene Programme zur Entlastung des Rückens und eine Behandlungsberatung für betroffene Patienten an. Vielen von ihnen werde häufig zu einer Operation geraten, obwohl die bei genauerer Betrachtung oft gar nicht nötig sei. Aber auch die Unternehmen seien in Sachen Rücken in der Pflicht, sagte Baas. Da Kreuzprobleme mit dem Alter zunähmen, steige auch die Bedeutung von Vorbeugemaßnahmen bei alternden Belegschaften.

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