Rückrufaktionen : BMW muss nachbessern

Nur Hyundai-Kia und Fiat-Chrysler haben 2013 in den USA noch mehr Autos zurückgerufen als die Deutschen. Der Wettbwerbsdruck erhöht das Risiko von Qualitätsmängeln.

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Qualitätsmängel. In den USA musste BMW 2013 mehr als 870 000 Fahrzeuge in die Werkstätten beordern
Qualitätsmängel. In den USA musste BMW 2013 mehr als 870 000 Fahrzeuge in die Werkstätten beordernFoto: dpa

Der wachsende Wettbewerbs- und Kostendruck macht Autohersteller anfälliger für Qualitätsmängel und teure Rückrufaktionen. Allein auf dem US- Markt wurden 2013 mehr als 20,5 Millionen Pkw zurückgerufen – fünf Millionen mehr als im Vorjahr. Die Rückrufquote sei deutlich auf 131 Prozent gestiegen, schreibt das Center of Automotive Management (CAM) aus Bergisch Gladbach in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Damit wurden im vergangenen Jahr 31 Prozent mehr Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen, als die Hersteller an Neufahrzeugen in den USA absetzen konnten. Das Abschneiden der Autokonzerne auf dem großen US-Automarkt, der besonders strenge Sicherheitsrichtlinien hat, gilt laut CAM als aussagekräftiger Indikator für die Produktqualität.

Die Liste der größten Rückrufaktionen führt der koreanische Konzern Hyundai- Kia an. Er musste allein in den USA unter anderem 20 Modelle beider Marken mit rund 2,7 Millionen Pkw zurückrufen, weil es Probleme mit dem Bremslicht gab. Mit einer Rückrufquote von 263 Prozent rief Hyundai-Kia auf dem wichtigen US-Markt mehr als das Anderthalbfache seines dortigen Neuwagenabsatzes zurück. Auf Platz zwei und drei lagen Fiat- Chrysler und Toyota. Unter den deutschen Herstellern fiel BMW 2013 negativ auf. Der Konzern sei in den USA von Rückrufaktionen „weit überdurchschnittlich betroffen“ gewesen, heißt es in der CAM-Studie – mit einer Rückrufquote von 233 Prozent. In den beiden Vorjahren hatte diese noch bei 160 und 91 Prozent gelegen. Insgesamt musste der bayerische Premiumhersteller in den USA mehr als 870 000 Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Daimler und Volkswagen schneiden deutlich besser ab – der VW-Konzern ist auf dem US-Markt allerdings auch deutlich schwächer vertreten.

Die Ursachen für die steigenden Rückrufquoten sieht CAM in der höheren technischen Komplexität moderner Fahrzeuge, den kürzeren Entwicklungszeiten und der Verbreitung der Baukasten- und Gleichteilestrategie. Letztere gilt vor allem im Zwölf-Marken-Konzern Volkswagen, der bis 2018 größter Autohersteller der Welt werden will, als Erfolgsrezept. Die Analyse zeige, dass „hohe Wachstumsziele die Hersteller dazu verleiten können, die Qualitätsanforderungen zu vernachlässigen“, warnt CAM-Chef Stefan Bratzel.

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