Wirtschaft : Rürup: Regierung informiert schlecht Experte kritisiert Rentenauskunft

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Berlin/Hamburg (dr). Der Berater der Bundesregierung, Bert Rürup, hat die Regierung dafür kritisiert, dass sie die Bevölkerung über das Ausmaß bereits erfolgter, aber auch künftiger Leistungskürzungen bei der Rente im Unklaren lasse. „Der Politik fehlt der Mut, den Leuten reinen Wein einzuschenken“, sagte Rürup dem Tagesspiegel am Sonntag. Die Kritik gelte auch für die Vorgängerregierungen. Notwendig seien detailliertere individuell ausgestaltete Renteninformationen für jeden Versicherten.

Nur so könne der Versicherte erkennen, was er wirklich im Alter zu erwarten habe. Nur so werde dem Bürger auch klar, wie dringend notwendig die private Vorsorge sei. Dass die RiesterRente bislang nur sehr zögerlich akzeptiert werde, liege wohl auch daran, dass der Einzelne aus den Rentenberechnungen nicht ersehe, wie hoch seine Versorgungslücke wirklich ist. Durch umfassende Korrekturen am Rentenrecht seien seit Anfang der 90er Jahre die Ansprüche an die gesetzliche Rentenkasse – bezogen auf das Jahr 2030 – um knapp 40 Prozent reduziert worden. Rürup zählte dazu das höhere Renteneintrittsalter, die Einführung von Abschlägen, die Streichung von Ausfallzeiten und die Streichung der Berufsunfähigkeitsrente sowie Modifikationen bei der Anpassung der Rente. Laut Rürup müssen sich die Rentner darüber hinaus auf weitere Leistungskürzungen einstellen. Wenn man den aktuellen Beitrag von 19,5 Prozent auch im kommenden Jahr halten wolle, sei eine Kappung der Rentenanpassungen unausweichlich.

Unterdessen hat das Sozialministerium die Vorwürfe Rürups zurückgewiesen, die Bundesregierung habe den Umfang der Rentenkürzungen absichtlich verschwiegen. „In den Jahren 2000 und 2001 haben wir eine breite Debatte über die Einführung einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge geführt und die Riester-Rente im Deutschen Bundestag beschlossen“, sagte Staatssekretär Franz Thönnes. Anschließend sei die Öffentlichkeit breit informiert worden.

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