Wirtschaft : Rürup-Rente soll attraktiver werden

Beiträge können besser von der Steuer abgesetzt werden – rückwirkend zum 1. Januar 2006

Heike Jahberg

Berlin - Die Bundesregierung will die private Rürup-Rente steuerlich attraktiver machen. Das sieht ein Gesetzentwurf des Finanzministeriums vor. Alle Einzahlungen sollen jetzt bereits vom ersten Euro an steuermindernd wirken. Außerdem sollen auch Fonds und Banken künftig Rürup-Produkte anbieten können.

Bisher stellt das Finanzamt in jedem Fall eine komplizierte steuerliche Berechnung an, um die Höhe der Sonderausgaben zu ermitteln. Zu den Sonderausgaben zählen Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Haftpflicht- und Rentenversicherung, die das zu versteuernde Einkommen mindern. Da der Sonderausgabenabzug bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern meist von der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung aufgezehrt wird, spielt dieser Steuersparweg praktisch nur für Selbstständige eine Rolle. Auf diese zielt auch die Rürup-Rente, die von den Versicherern Basisrente genannt wird. Weil aber auch diese ihre Versicherungsbeiträge im Rahmen der Pauschale oft nicht steuerlich geltend machen konnten, war der Absatz der Verträge schleppend.

Das soll nun anders werden – und zwar rückwirkend. Mit Wirkung vom 1. Januar 2006 sollen Rürup-Sparer jeden Euro als Sonderausgaben geltend machen. Bis zu 20 000 Euro können in diesem Jahr steuermindernd angelegt werden, davon werden 62 Prozent (12 400 Euro) steuerlich berücksichtigt.

Ein lediger Selbstständiger, der jährlich 3000 Euro in eine Rürup-Rente steckt und weitere 6000 Euro für Kranken-, Pflege- und Haftpflichtversicherungen zahlt, kann nach bisherigem Recht 5059 Euro von der Steuer absetzen. Nach neuem Recht wären es knapp 7000 Euro, hat der Versicherungsverband errechnet. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen sieht die geplante Reform kritisch. Es sei zwar richtig, wenn der Staat die Altersvorsorge Selbstständiger fördere, sagte Vorsorgeexpertin Dorothea Kleine. Steuerliche Mitnahmeeffekte müssten aber verhindert werden.

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