Russischer Autobauer : Lada-Hersteller plant Massenentlassung

Noch vor Kurzem hatte sich der russische Autobauer für die Übernahme von Opel interessiert. Nun sollen bei Avtovaz 27.000 Jobs gestrichen werden.

Russlands größter Autokonzern Avtovaz will bis zu 27.600 Mitarbeiter entlassen. Darauf habe man sich mit der Gewerkschaft geeinigt, teilte der Lada-Hersteller am Donnerstag mit. Noch vor einigen Wochen war die Rede von etwa 5000 Entlassungen.

Derzeit beschäftigt Avtovaz insgesamt 102.000 Menschen. An dem Unternehmen ist der französische Autokonzern Renault zu einem Viertel beteiligt.

Avtovaz hatte in der Vergangenheit – wie auch Konkurrent Gaz – Interesse an einer Kooperation mit dem deutschen Autobauer Opel angemeldet. Fest steht nun zwar, dass Opel mehrheitlich von der russischen Sberbank und dem kanadischen Autozulieferer Magna übernommen werden soll. Eine mögliche Beteiligung von Avtovaz ist aber noch nicht vom Tisch.

Sberbank-Chef German Gref hatte in der vergangenen Woche gesagt, Opel werde in der ersten Phase der Zusammenarbeit in Russland preisgünstige Modelle produzieren – dazu schloss er eine Kooperation mit Avtovaz nicht aus. Laut Gref werden die Sberbank und Magna noch in dieser Woche über Produktionsstandorte für Opel in Russland beraten.

Auch eine Zusammenarbeit mit dem russischen Nutzfahrzeughersteller Gaz sei "noch offen", sagte Gref. Die Gaz-Gruppe des Oligarchen Oleg Deripaska will ihre Werke für die Produktion bestimmter Opel-Modelle sowie ihr weit verzweigtes Vertriebsnetz zur Verfügung stellen.

Auch Gaz steckt wie Avtovaz in einer tiefen Krise. Der Autoproduzent will noch in diesem Jahr bis zu 14.000 Stellen in den Autowerken abbauen.

Die Sberbank erwartet von der Beteiligung an Opel, europäische Technologien in den russischen Markt zu bringen. Ein solcher Zugriff auf die Technologien sei für sein Unternehmen "ein wesentlicher Grund" zur Teilnahme am Geschäft gewesen, sagte Gref.
 

Quelle: ZEIT ONLINE

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