Wirtschaft : RWE will im Stromgeschäft mehr verdienen

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Deutschlands führender Stromversorger RWE will im neuen Geschäftsjahr weiter zulegen. Geplant ist für das Jahr 2002 ein Betriebsergebnis von mehr als vier Milliarden Euro. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Dietmar Kuhnt, am Dienstag zur Bilanzvorlage.

Den größten Beitrag zur Ergebnisverbesserung werde das Geschäftsfeld Strom leisten, sagte der RWE-Chef. "Wir rechnen damit, dass das betriebliche Ergebnis hier zweistellig steigen wird." Anders als Eon habe RWE noch keine konkreten Pläne, die Strompreise zu erhöhen. Kuhnt verwies darauf, dass der Konzern seine Strompreise bereits zu Jahresbeginn um 5,7 Prozent erhöht habe. Für eine Verbesserung der Ertragssituation im Stromgeschäft setzt der RWE-Vorstand stattdessen auf ein Kostensenkungsprogramm, das im verkürzten Geschäftsjahr 2001 (Juli bis Dezember) 340 Millionen Euro Einsparungen geleistet hatte.

Kuhnt kündigte an, der Konzern werde sich im Zuge der weiteren Fokussierung auf das Versorgergeschäft bis spätestens Ende 2003 von seinen Beteiligungen bei den Heidelberger Druckmaschinen und beim Baukonzern Hochtief trennen. Beide Unternehmen leiden derzeit stark unter den negativen konjunkturellen Einflüssen. Deshalb werde sich der Ergebnisbeitrag aus diesem Bereich "drastisch verringern". Bereits in diesem Jahr soll Hochtief nicht mehr vollständig in die Bilanz eingehen. Dadurch werde sich der Konzernumsatz von RWE im laufenden Jahr um mehr als zehn Milliarden Euro verringern. Diese Umsatzeinbußen möchte der Energieversorger so schnell wie möglich durch den Ausbau des Kerngeschäftes ausgleichen. Nach der geplanten Übernahme des britischen Stromversorgers Innogy will sich RWE aber erst einmal eine Verschnaufpause gönnen. "Jetzt hat die Integration der Akquisitionen oberste Priorität", betonte der Vorstandsvorsitzende. RWE sehe sich aber weiterhin in Osteuropa und Nordamerika um.

Laut Kuhnt hat RWE im Rumpfgeschäftsjahr 2001 die angekündigten Ziele für Ertrag und Umsatz übertroffen. Das betriebliche Ergebnis konnte um 21,2 Prozent auf zwei Milliarden Euro zulegen. Die Umsatzerlöse im Kerngeschäft stiegen mehr als doppelt so stark wie der Gesamtumsatz. Der Konzernumsatz legte um 12,8 Prozent auf 33,3 Milliarden Euro zu, das Kerngeschäft verzeichnete einen Zuwachs von 27,9 Prozent.

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