SAAB : Schöne Schlitten aus Schweden

Mit dem Autobauer Saab steht eine schwedische Ikone vor dem Aus. Zwischen 1945 und 1947 wurde ein Prototyp entwickelt, der heute als „Ursaab“ (siehe Foto oben) bekannt ist und etwas abgewandelt Ende 1949 vom Band lief. Stolz war man auf die

aerodynamische Form, die einer Flugzeugtragfläche nachempfunden war – Saab baute ursprünglich nur Flugzeuge. 1959 folgte der erste Kombi, der auch mit sieben Sitzen erhältlich war. Immer wieder präsentierte Saab Besonderheiten wie das zwischen die Vordersitze verlagerte Zündschloss, das Knieverletzungen vermeiden sollte, die in der herkömmlichen Zündschlüssel-Position am Lenkrad schon bei kleinen Unfällen möglich sind. Als erster Hersteller stattete

Saab seine Modelle zudem mit einem Seitenaufprallschutz aus. Ab den 70er Jahren gab es beheizbare Vordersitze, ebenfalls in dem Jahrzehnt kam Saab als erster Hersteller mit einem

Turbomotor auf den Markt, der 1977 in Serie gehen konnte. Seit den 70ern war die Marke in Deutschland bei linken Bildungsbürgern beliebt. Im südschwedischen Stammwerk Trollhättan werden heute die Modelle 9-5 und 9-3 gebaut, im österreichischen Graz das 9-3er Cabrio durch den dortigen Fahrzeughersteller Magna Steyr. Im Jahr 1990 übernahm der US-Konzern General Motors 50 Prozent der Anteile sowie die operative Führung. Zehn Jahre später ging der Rest der Anteile an den US-Autokonzern. Saab setzte zu lange auf große und viel Benzin schluckende Premium-Modelle. Seit 1996 haben die Schweden für das Mutterunternehmen keine Gewinne mehr eingefahren. Die Skandinavier gehören mit einer Jahresproduktion von 125 000 Wagen 2007 zu den kleinsten Autoherstellern in Europa. Die Auslastung der Kapazität in Trollhättan lag zuletzt bei 50 Prozent. Im vergangenen Jahr setzte Saab noch 94 000 Autos ab. Für Saab arbeiteten in Schweden Ende 2007 noch knapp 6000 Beschäftigte. Aktuell sind es noch 4100. Von einem endgültigen Aus wären einschließlich diverser Zulieferer und Händler knapp 30 000 Arbeitskräfte betroffen.Tsp/dpa

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