Wirtschaft : Sattes Auftragsplus für die Maschinenbauer

37 Prozent mehr Bestellungen / Zuversicht der Käufer steigt

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Berlin (brö). Die deutsche MaschinenbauBranche hat im März ein deutliches Plus bei den Bestellungen verzeichnet. Großaufträge aus dem In- und Ausland hätten das Volumen um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht, teilte der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch mit. Aus dem Inland seien 28 Prozent mehr Aufträge gekommen, aus dem Ausland 41 Prozent mehr.

„Die spannende Frage ist, inwieweit man jenseits dieser Sondereffekte von einem breit angelegten Aufschwung im Maschinenbau reden kann“, relativierte VDMA-Chefökonom Ralph Wiechers das Ergebnis. Doch auch in der längerfristigen Betrachtung zwischen Januar und Ende März verzeichneten die Unternehmen eine Zunahme der Bestellungen um 17 Prozent. Die Auslandsnachfrage sei schon zum Laufen gekommen, das Grundgeschäft im Inland stehe noch „auf wackligen Beinen“, sagte Wiechers. Der Maschinenbau gilt als eine der wichtigsten Branchen in Deutschland, in den etwa 6000 Betrieben arbeiten rund 880000 Beschäftigte.

Derweil ist auch der Optimismus der Bundesbürger gewachsen, dass es bald einen Aufschwung und mithin höhere Einkommen geben könnte. Das geht aus der April-Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 2000 Verbrauchern hervor. Größere Anschaffungen wollen die Menschen trotzdem vorerst nicht tätigen, hieß es. Der Indikator für die Anschaffungsneigung bleibe im negativen Bereich. Insgesamt bleibe die Stimmung aber labil – das zeige der „Zickzackkurs“ bei den Stimmungswerten der Konsumenten in den vergangenen Monaten. Die Deutschen seien nach der langen Reformdebatte verunsichert, erst jetzt reagierten sie positiv auf die Steuersenkung zu Jahresbeginn. Der Gesamtindex für das Konsumklima stieg nur leicht von 5,0 auf 5,2 Punkte.

Derweil hat Wirtschaftsminister Wolfgang Clement prognostiziert, dass das Wachstum in diesem Jahr auch über der Marke von 1,5 Prozent liegen könne. Diesen Wert hatten die Konjunktur-Institute am Dienstag vorhergesagt. „Wir können auch oberhalb von 1,5 Prozent abschließen. Das will ich nicht ausschließen“, sagte Clement im Deutschlandfunk. Er hoffe, dass im Laufe des Jahres „der Rahmen kräftig aufgefüllt wird". Das werde sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die Regierung will am Freitag ihre neue Wachstumsprognose vorlegen.

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