Wirtschaft : Schering will Kündigungen vermeiden Details zur Übernahme voraussichtlich im August

Maren Peters

Berlin - Nach Angaben von Schering-Chef Hubertus Erlen sollen betriebsbedingte Kündigungen nach der geplanten Übernahme durch Bayer vermieden werden. „Bayer hat sich sehr bewusst entschieden, die Umsetzung des Stellenabbaus auf drei Jahre anzulegen“, sagte Erlen dem Tagesspiegel. Das eröffne viele Chancen für eine sozialverträgliche Lösung. Zum Erfolg der Übernahme wollte sich Erlen nicht äußern. Das sei jetzt allein Entscheidung der Aktionäre. „Ich werde den Prozess als externer Beobachter verfolgen“, sagte er am Mittwoch.

Der Leverkusener Bayer-Konzern hatte angekündigt, nach der geplanten Übernahme 6000 der 60 000 Stellen im Pharmabereich abzubauen. Bereits ab 2009 will Bayer Synergieeffekte von 700 Millionen Euro jährlich erzielen. Das lässt vermuten, dass die meisten Jobs wesentlich früher abgebaut werden. Schering-Chef Erlen wollte das nicht kommentieren. Bayer werde Details voraussichtlich erst bei der außerordentlichen Hauptversammlung in der zweiten Augusthälfte bekannt geben, sagte er.

Schering-Betriebsrat Siegfried Stolz forderte gestern erneut den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für die Beschäftigten. Für Bayer-Mitarbeiter gelte bis Ende 2007 ein Kündigungsschutz, sagte er und forderte gleiches Recht für die Arbeitnehmer von Schering.

Der Berliner Pharmakonzern hat den Umsatz in den ersten drei Monaten um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis kletterte um vier Prozent auf 240 Millionen Euro, der Konzerngewinn um 21 Prozent auf 174 Millionen Euro. Damit bestätigte Schering gestern die vorläufigen Zahlen.

Die „glänzenden Quartalszahlen“ verbessern aus Sicht Erlens die Perspektiven für die geplante Übernahme. Der Bayer-Konzern will bis Ende Mai mindestens 75 Prozent der Schering-Aktien kaufen. Die Übernahme soll bis Ende Juni abgeschlossen sein.

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