Schiffbau : Ehemaliger russischer Minister will Wadan-Werften kaufen

Igor Jussufow will für 40,5 Millionen Euro die insolventen Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde übernehmen. Die russische und die deutsche Regierung befürworten sein Vorhaben.

Die Rettungsbemühungen für die insolventen Wadan-Werften werden durch die Regierungen Deutschlands und Russlands unterstützt. Beide Länder sind zuversichtlich, dass die Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde mit einem neuen russischen Investor eine gute Zukunft haben werden. Laut Medienberichten handelt es sich dabei um den früheren russischen Energieminister Igor Jussufow.

Jussufow, der auch Mitglied im Aufsichtsrat des Energiekonzerns Gazprom ist, will die Werften kaufen. Dazu war ein Vorvertrag geprüft worden. Jussufow will mit seinem Sohn Witalij mit 40,5 Millionen Euro bei Wadan einsteigen. Er plant, bis zu 1600 der insgesamt rund 2500 Arbeitsplätze zu erhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte im russischen Sotschi nach einem Gespräch mit Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew: "Hier bahnt sich eine Kooperation an, die wir, so weit das notwendig ist, auch seitens der Regierung begleiten wollen."

Merkel machte deutlich, dass die inzwischen vorliegenden Verträge so geschrieben seien, dass sich der Investor zumindest für einige Jahre, nach ihrem Wissen für zwei Jahre, verpflichte: "Das spricht dafür, dass hier ein sehr seriöses Interesse da ist."

Medwedjew lehnte zugleich eine direkte Beteiligung seines Staates an den Wadan-Werften ab. "Bei der Werftenfrage geht es um private Investitionen, der Staat ist nicht beteiligt", sagte er.

Ehe ein Kaufvertrag gültig wird, muss der Gläubigerausschuss dem Konzept zustimmen. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung soll das Gremium am Montag zu der entscheidenden Beratung zusammenkommen.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, bm

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