Wirtschaft : Schuldenkrise belastet Banken LBBW und IKB bleiben in den roten Zahlen

Frankfurt am Main - Deutschlands Krisenbanken kommen nicht aus den roten Zahlen. Die Mittelstandsbank IKB sowie die größte deutsche Landesbank, die LBBW, meldeten am Donnerstag hohe Verluste. Beide litten unter der europäischen Schuldenkrise.

Die Landesbank Baden-Württemberg musste massive Abschreibungen auf die Anleihen hoch verschuldeter Staaten vornehmen. Das staatlich gestützte Institut ist in beträchtlichem Umfang in Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien engagiert. Der Wertverlust betrug 650 Millionen Euro. Dass die Bank im Kundengeschäft Erfolge erzielte, fiel dagegen kaum ins Gewicht. In den ersten sechs Monaten stand unter dem Strich ein Minus von 290 Millionen Euro nach einem Gewinn von 302 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. „Mit dem Halbjahresergebnis können wir nicht zufrieden sein, zeigt es doch die noch zu hohe Abhängigkeit von der Entwicklung der Finanzmärkte“, räumte Vorstandschef Hans-Jörg Vetter ein. Die LBBW hatte sich zuvor durch Fehlspekulationen und die Übernahme der SachsenLB an den Rand des Abgrunds manövriert und musste von ihren Eigentümer – neben den Sparkassen das Land und die Stadt Stuttgart – mit fünf Milliarden Euro gestützt werden.

Auch die Mittelstandsbank IKB kommt nicht aus der Verlustzone. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres, das bei der IKB im April beginnt, stand unter dem Strich ein Verlust von 135,2 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag noch 16,3 Millionen Euro betragen. Auch bei der IKB spielten Kursverluste bei Staatsanleihen aus dem EU-Raum eine Rolle. Als erste deutsche Bank stand die IKB in der Finanzkrise vor drei Jahren am Abgrund. Die Bank musste mit Milliardenaufwand durch ihren Eigentümer, die staatliche KfW gerettet werden. 2008 wurde sie an den US-Finanzinvestor Lone Star verkauft. mirs/rtr

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