Wirtschaft : Schwacher Werbemarkt belastet Pro Sieben Sat 1

tmh

Der Einbruch des TV-Werbemarkts hat bei der Pro Sieben Sat 1 Media AG, Unterföhring bei München, nach neun Monaten der laufenden Periode für Umsatz- und Gewinnrückgänge gesorgt. "Dank eines straffen Kostenmanagements sind unsere Umsatzverluste nur etwa zur Hälfte auf das Ergebnis durchgeschlagen," sagte Konzernchef Urs Rohner zu einem Zwischenbericht der vor einer Fusion mit ihrer Muttergesellschaft Kirch Media stehenden TV-Gruppe. Wann es wieder aufwärts geht, wollte er nicht abschätzen. Ob sich der Werbemarkt 2002 erholt, könne derzeit niemand sagen, räumte Rohner ein. Das straffe Kostenmanagement werde in jedem Fall fortgesetzt. Das bedeute aber voraussichtlich keinen Stellenabbau, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Dagegen hatte der designierte Kirch Media-Chef Dieter Hahn jüngst angekündigt, dass die Fusion von Mutter- und Tochtergesellschaft auch einem Stellenabbau auslöse werde. Pro Sieben Sat 1 beschäftigte zuletzt 3050 Frauen und Männer.

Die Börsen zeigten sich unterdessen vom Zwischenbericht der TV-Gruppe nicht verstimmt. Der Kurs der im M-Dax notierten Aktie stieg am Mittwoch um einige Prozentpunkte auf knapp sieben Euro, obwohl Rohner bis Jahresende mit einem 30-prozentigen Gewinneinbruch vor Steuern und vier Prozent Umsatzrückgang rechnet. Damit bekräftigte er jüngste Prognosen.

Höherer Verlust bei Sat 1

Der Sender Pro Sieben zeigt allerdings, dass man sich erfolgreich gegen den Markttrend stemmen kann. In diesem Teil der TV-Gruppe wuchs der Umsatz in neun Monaten um drei Prozent auf 611 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis um sechs Prozent auf 174 Millionen Euro. Über eine unbefriedigende Geschäftsentwicklung klagt Rohner dagegen bei Sat 1. Dort gingen die Umsätze bis Ende September um zwölf Prozent auf 585 Millionen Euro zurück, was den dortigen Verlust vor Steuern um gut 23 Millionen Euro auf knapp 68 Millionen Euro steigen ließ. Warum der dieses Jahr in Deutschland schätzungsweise um fünf bis sechs Prozent schrumpfende TV-Werbemarkt Sat 1 trifft, nicht aber Pro Sieben, erklärte Rohner nicht.

In der gesamten Gruppe gingen die Umsätze nach neun Monaten um gut 67 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Dabei haben die Terroranschläge in den USA eine Verschärfung der Marktlage gebracht. Allein in der ersten Woche nach den Angriffen sind in Unterföhring Werbestornierungen in Höhe von 15 Millionen Euro eingegangen. US-Konzerne sowie speziell Kunden aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Tourismus und Luftfahrt haben ihre Werbebudgets gekürzt, klagt die TV-Gruppe.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben