Wirtschaft : Schwarz Pharma rechnet 2004 mit Umsatzrückgang Unternehmen erwartet Zulassung

für neues Parkinson-Pflaster

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Düsseldorf (abo/HB). Der starke Marktauftritt mit dem Magenmedikament Omeprazol in den USA hat der Schwarz Pharma AG 2003 ein Ergebnis beschert, das die guten Prognosen vom Herbst sogar noch übertrifft. „Doch ist die Party etwas schneller vorbeigegangen als wir gedacht haben“, sagte Vorstandschef Patrick SchwarzSchütte am Mittwoch bei der Bilanzvorlage. Deswegen werde die Monheimer Pharmagruppe im neuen Jahr deutlich weniger umsetzen und für 2004 voraussichtlich nur einen „marginalen Gewinn“ ausweisen.

Schwarz Pharma hat im vergangenen Jahr vor allem dank des zunächst nur mit dem Originalpräparat von Astra Zeneca konkurrierenden Magenmittels einen Umsatzsprung um über 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro verbucht. Aus diesen Erlösen zog der Konzern 260 Millionen Euro Betriebsergebnis, mehr als das Dreifache des Vorjahreswerts. Der Jahresüberschuss belief sich auf 132,5 Millionen Euro, nach 49 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Aktie verlor am Mittwoch bis zum Nachmittag knapp sieben Prozent auf 25 Euro. Am Vorabend hatte sie stark zugelegt. Analysten sind optimistisch für das Pharmaunternehmen. „Ein schnellerer Fortschritt in der Produktpipeline sollte die vorsichtige Prognose für 2004 aufwiegen", sagt Andreas Schmitt von Merrill Lynch.

Noch im Herbst 2004 will Unternehmenschef Schwarz-Schütte das Parkinson-Pflaster Rotigotin in den USA und Europa zur Zulassung einreichen, von dem er sich 350 Millionen Umsatzbeitrag erhofft. Gut ein Jahr später könnte das Mittel Harkoseride eingereicht werden, das gegen neuropathische Schmerzen wirkt. Das Mittel hat laut Schwarz-Schütte 400 Millionen Euro Umsatzpotenzial, das sich durch eine Zulassung zur Behandlung von Epilepsie verdoppeln könnte. Nach 2005 soll dann das Mittel Fesoterodin gegen Harn-Inkontinenz zulassungsreif werden, das 450 Millionen Euro Umsatzbeitrag bringen soll. Dazu kommt in den nächsten zwei Jahren der Marktstart von vier Weiterentwicklungen etablierter Wirkstoffe in den USA, die dort das Geschäft neben Omeprazol auf rund 300 Millionen Euro bringen sollen.

Zwar hält Schwarz Pharma am rund zwei Milliarden Dollar starken US-Verschreibungsmarkt für Omeprazol noch 59 Prozent. Aber Schwarz-Schütte hat den Umsatz- und Ergebnisbeitrag des Magenmittels aus der Planung 2004 weitgehend ausgebucht – „weil wir nicht wissen, wie viel Freude es uns noch macht“.

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