Schwellenländer im Visier : Google greift mit Billig-Smartphone an

Ende des Jahrzehnts werden sechs Milliarden Verbindungen über Smartphones geführt, schätzen Experten. Derzeit sind es zwei Milliarden. Eine neue Strategie soll Google einen großen Teil vom riesigen Markt bescheren.

Android_Smartphones auf der Höhe der Zeit verspricht Google - und drückt sie zum Stückpreis von unter 100 Euro in Schwellenmärkte wie Indien.
Android_Smartphones auf der Höhe der Zeit verspricht Google - und drückt sie zum Stückpreis von unter 100 Euro in Schwellenmärkte...Foto: Reuters

Der US-Technologiekonzern Google hat in Indien ein auf Schwellenländer ausgerichtetes Billig-Smartphone auf den Markt gebracht. Das Multimediahandy werde ab einem Preis von 6399 Rupien (rund 80 Euro) verkauft, erklärte Google-Vizechef Sundar Pichai am Montag. Google hatte im Juni die Initiative "Android One" vorgestellt, die Menschen in Schwellenländern über Smartphones Zugang zum Internet verschaffen soll. Bei der Entwicklung günstiger Smartphone-Modelle mit dem Google-Betriebssystem Android arbeitet der Konzern mit Herstellern wie Acer, Asus, HTC und Lenovo zusammen.

"Mit 'Android One' wollen wir nicht nur Leuten beim Zugang zum Internet helfen, wir wollen sicherstellen, dass sie den Reichtum an Informationen und Wissen anzapfen können, den das Netz für alle bereithält", erklärte Pichai.

Knallharte Geschäftsinteressen

Hinter der Google-Initiative stehen aber nicht zuletzt handfeste Geschäftsinteressen. Mit dem Verkauf von Smartphones macht der Konzern zwar kein Geld, allerdings will er das hauseigene Betriebssystem Android in den Schwellenländern mit Milliarden potenziellen Nutzern als Standard durchsetzen. Außerdem profitiert Google davon, wenn die Zahl der Internetnutzer immer weiter steigt. Für den Suchmaschinenkonzern könnte das höhere Einnahmen aus dem Online-Anzeigenschaft bedeuten.

Wie wichtig die Schwellenländer für Internetkonzerne wie Google sind, verdeutlichen Zahlen des weltweiten Mobilfunkverbands GSMA. 2020, schätzen die Branchenvertreter, werde es sechs Milliarden Verbindungen über Smartphones geben. Derzeit sind es demnach zwei Milliarden. Vier Fünftel davon würden in Entwicklungs- und Schwellenländern geführt.

Bis zum Ende des Jahres sollen die günstigen Smartphones den Angaben zufolge auch in Indonesien, Bangladesch, Pakistan, Nepal, Sri Lanka und den Philippinen erhältlich sein. Die Geräte verfügen laut Google über einen schnellen Prozessor, eine hochauflösende Kamera und ein eingebautes FM-Radio. (sf/AFP)

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