Wirtschaft : Schwimmen auf der Erfolgswelle: Preis- und Serviceführerschaft

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Gegenwärtig haben die Direktbanken in Deutschland erst einen Marktanteil von drei bis fünf Prozent, doch Bernhard Hafner, Vorstandsvorsitzender der Allgemeine Deutsche Direktbank AG (DiBa), würde es nicht überraschen, wenn der Anteil bis zum Jahr 2010 auf 50 Prozent steigt. Die Allgemeine Deutsche Direktbank, die zur niederländischen ING gehört, ist die älteste deutsche Direktbank und mit einer Bilanzsumme von knapp 7,2 Milliarden Mark (1998) die Zweitgrößte. Das Betriebsergebnis erreichte 50,6 Millionen Mark. Neuere Geschäftzahlen wollte Hafner am Montagabend in Berlin noch nicht nennen. Hafner sieht die Stärken der Direktbanken in der Beschränkung auf ein überschaubares Produktportfolio, in flachen Hierarchien und einem eigenständigen Marktauftritt. Zunehmend gewinne die Bequemlichkeit für die Kunden an Bedeutung, und auch hier hätten die Direktbanken eindeutige Vorteile. Die Filialbanken aber auch die Multi-Kanal-Institute sieht der selbstbewußte Banker hingegen in einem Teufelskreis. Die Direktbanken hätten Kunden von den Filialbanken gewonnen, wodurch die Rentabilität der Letzteren abnehme. Die verbleibenden Kunden forderten günstigere Konditionen und besseren Service, was wiederum die Rentabilität senke und schließlich zu einem Abbau von Filialen führe. Die unzufriedenen Kunden landeten wieder bei den Direktbanken. Modernes Direktbanking zeichnet sich laut Hafner durch Preis- und Serviceführerschaft, Dialogbanking, Konzentration auf die Kernkompetenz und einen intensiven Dialog mit den Kunden aus. Sorgen bereitet ihm noch der Personalmangel. Zwar hat die DiBa im vergangenen Jahr von der Bankgesellschaft Berlin die Bank Girotel übernommen, doch es mangelt noch immer an Mitarbeitern. Weitere Zukäufe will Hafner deshalb nicht ausschließen.

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