Wirtschaft : Schwungvoller Start, kurioses Ende

Veronika Csizi

Der Monat begann schwungvoll und endete mit einem Kuriosum. Kurz nach Neujahr war der Dax noch bis auf 4325 Punkte und damit den höchsten Stand seit Juli 2002 geklettert. Mit dem Beginn der Quartalsberichte in den USA jedoch kam die Angst vor Enttäuschungen. Der Index der 30 größten deutschen Standardwerte stemmte sich allerdings wacker dagegen: Obwohl mehrfach stark unter Druck, rettete er sich bis Börsenschluss stets wieder über die 3200er-Marke. Am Ende des Monats blieb er ganze 1,23 Punkte unter seinem Jahresschlussstand 2004 von 4256,08 Punkten.

Das Besondere an diesem Monat: Am 31. Januar notierten für einen Tag ausnahmsweise 31 Aktien im Dax. Grund dafür war ein Börsengang: Der Leverkusener Bayer-Konzern hatte seine Chemieaktivitäten ausgegliedert und unter dem Namen Lanxess an die Börse gebracht. Den Kurs von Bayer hat dies weder beflügelt noch gelähmt: Die Aktie beendete den Monat nahezu unverändert.

Ganz anders die meisten anderen Bluechips: 12 Dax-Gewinner schoben sich mit teilweise dickem Plus nach vorne, 18 Verlierer bescherten den Anlegern bis zu zwölf Prozent Minus. So etwa bei Infineon, die weiter stark abmagerten. Trotz großteils erfreulicher Nachrichten vom weltgrößten Chiphersteller Intel verjagte der deutsche Halbleiterhersteller, der im November noch 9 Euro wert war, mit einer Gewinnwarnung weitere Anleger. Am Monatsende kostete Infineon nur noch 7,12 Euro.

Das obere Ende der Skala führt dagegen MAN an. Investoren witterten bei dem Münchener Maschinenbauer Übernahmechancen, nachdem die Allianz, die Münchener Rück und die Commerzbank nach 30 Jahren komplett aus der Aktie ausgestiegen sind und damit den Streubesitz der MAN-Aktie auf 95 Prozent erhöht haben. Auch bei Henkel kamen wieder Fusionsgerüchte auf. Nach dem Megadeal zwischen Waschmittelriese Procter & Gamble und Rasiergigant Gillette sieht man die europäische Konsumgüterindustrie in Zugzwang. Wird Henkel ebenfalls geschluckt? Oder greift das Unternehmen selbst zu? Die Spekulationen genügten, um Käufer in die Aktie zu locken. Die Bilanz: Plus 6,3 Prozent auf 68,80 Euro.

Auch Beiersdorf im M-Dax profitierte davon, zumal der Index der mittelgroßen Werte auf ein neues Allzeithoch bei 5637 Punkten rannte.

In alle Richtungen davon fuhren die Autowerte. Die Anfang Januar plötzlich gebrochene Euro- Hausse wirkte sich vor allem bei Volkswagen aus, die zusätzlich von einer Heraufstufung des weltgrößten Bankhauses, der Citigroup, profitierten. Während die Wolfsburger nun 7,2 Prozent fester notieren als noch Ende Dezember, wurden Daimler-Chrysler und BMW um gut drei beziehungsweise knapp vier Prozent ausgebremst.

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