Wirtschaft : Sechs Millionen Metaller

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Fast sechs Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für die Metall und Elektroindustrie. Jeder fünfte Euro, der hier zu Lande erwirtschaftet wird, stammt aus der Branche. Und trotz Arbeitsplatzabbau bei Opel und Verlagerungen ins Ausland kommt Arbeitgeberpräsident Martin Kannegiesser zu einer überraschenden Einschätzung: „Diesen Anteil werden wir auch in den kommenden zehn Jahren halten können.“ Den weltweiten Erfolg der Industrie erklärt Kannegiesser im Wesentlichen mit „dem Mitarbeiterstamm und den Beziehungsgeflechten“. Die Stärke der Branche – im Kern mit Maschinen- und Fahrzeugbauern – verdeutlicht der Exportüberschuss: 90 Milliarden Euro.

Die besten Perspektiven sieht Kannegiesser dort, wo es räumlich konzentrierte Netzwerke gibt – ein Leitunternehmen mit vielen Zulieferern, Hochschulen und Fachhochschulen. Denn in der globalisierten Wirtschaft seien die Wettbewerbsvorteile „lokale Faktoren: Wissen, Beziehungen, Motivation.“ Die Zukunft „liegt in der Bewältigung von Komplexität“, sagt Kannegiesser. Das sieht Berthold Huber, zweiter Vorsitzender der IG Metall, nicht anders. „Die Arbeitsplätze sind sicher, die eine hohe Qualifikation erfordern.“ Der deutsche Werkzeugmaschinenbau sei weltweit Spitze, und im Fahrzeugbau identifiziert Huber technologische Potenziale vor allem in der „ Integration von Mechanik und Elektronik“. Ein „fachspezifische Qualifikation“ ist für Huber der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit; auch deshalb, „weil Ausgebildete leichter mit der überbetrieblichen Mobilität umgehen können“.

Das Anforderungprofil von Gesamtmetall an die Mitarbeiter der Zukunft sieht so aus: Generalisten, die sich immer wieder auf Neues spezialisieren, mobil und flexibel sind. Desweiteren sollten sie über Organisations-Know-how verfügen, „mit Handlungs-, Methoden- und Sozialkompetenzen“ ausgestattet und „auf lebenslanges Lernen programmiert“ sein. alf

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