Serie: BERLIN, aber oho : Leef

In der Serie "Berlin, aber oho" stellen wir die Kleinunternehmer der Stadt vor. Heute: Das Start-up Leef, das Wegwerf-Geschirr aus Palmblättern herstellt.

Luca Spinelli

In freier Wildbahn treffen südindische Palmblätter und deutsche Bratwürste wohl nur sehr selten aufeinander. Doch das wird sich in Zukunft ändern – zumindest, wenn es nach Claudio Vietta geht. Der Gründer des Berliner Start-ups Leef sitzt im grünen Hemd in seinem Neuköllner Büro und berichtet, wie er auf Reisen durch Indien das Palmblatt als den idealen Teller entdeckte: „Ich war begeistert von dem Leihprinzip. Man nimmt aus der Natur und gibt es genau so wieder zurück“, erzählt Vietta. Die Idee ist so grün wie simpel: Abgefallene Palmblätter werden gesammelt und gewaschen, mit einer Dampfpresse zu Tellern geformt und anschließend getrocknet. Nur der lange Weg aus Indien nach Deutschland ist kompliziert. Um einen Container mit 100 000 Öko-Tellern rechtzeitig zur Grillsaison nach Berlin zu schiffen, versucht Vietta momentan über eine Crowdfunding-Kampagne, die notwendigen 15 000 Euro zu sammeln. Leef steht noch ganz am Anfang – in Berlin führt erst ein Geschäft die Teller für sieben Euro je Zehnerpack, doch Gespräche mit mehreren Bio-Läden laufen. Generell als Einwegprodukt gedacht, kann der Teller bei behutsamer Reinigung durchaus mehrfach verwendet werden. Bloß nicht in die Spülmaschine, empfiehlt Vietta: „Bei dem vielen Wasser wird der Teller dann wieder zum Blatt“.Luca Spinelli

Claudio Vietta (33)
Claudio Vietta (33)Foto: Luca Spinelli

Chef: Claudio Vietta (33)
Branche: Produktion/Handel
Mitarbeiter: 3
Gründungsjahr: 2013
Firmensitz: Neukölln

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