Wirtschaft : Sero AG: Das Recycling Unternehmen macht seinen Aktionären Hoffnung auf bessere Zeiten

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Die Krise der Sero AG, Berlin, ist überwunden. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Recycling Unternehmens, Hans Peter Döhmen, am Mittwoch auf der nachgeholten Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 1998/99 (30. Juni) in Düsseldorf. Sero wolle nach den beiden schwierigen Jahren wieder zu seinem alten Umsatzniveau finden und strebe mittelfristig Erlöse von 300 Millionen Mark an. Mit Scheingeschäften war das Unternehmen in große Schwierigkeiten geraten. Inzwischen schreibt es nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden wieder schwarze Zahlen. Im Geschäftsjahr 1999/2000 sei ein operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 1,5 Millionen Mark erzielt worden. Für das kommende Geschäftsjahr, das im Zuge der Angleichung an die neue Mehrheitsgesellschafterin Nordag am 1. Oktober beginnt, sind ein Umsatz von rund 170 Millionen Mark und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von fünf Millionen Mark geplant. Sero starte auf einem "soliden finanziellen Fundament", betonte Döhmen. Die Gläubigerbanken hätten auf Forderungen inklusive Zinsen von 136,6 Millionen Mark verzichtet. Auch mit der Finanzverwaltung habe man sich über die Steuererklärungen der vergangenen Jahre geeinigt. Insgesamt könne es jetzt bei der Planung keine Unsicherheiten mehr geben.

Auch für die Eingliederung in die Nordag-Gruppe, der Sero seit März angehört, ist Döhmen optimistisch. Innerhalb der Duisburger Gruppe, die in Europa Markführer beim industriellen Recycling anstrebt, soll sich Sero als Dienstleister in der Stahlindustrie und im Bauschutt-Recycling profilieren. Dafür, räumte Döhmen allerdings ein, müsste sich Sero noch stark umstellen. Die Industriekunden machten noch einen kleinen Anteil aus. Man wolle sich von einigen Betrieben trennen, so auch von den drei Berliner Containerdienstleistern. Sero war Ende 1998 nach der Verhaftung der beiden Hauptgesellschafter und zweier Vorstände wegen des Verdachts auf schwere Steuer- und Bilanzdelikte in eine bedrohliche Schieflage geraten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch in vollem Gange.

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