Service-Verbesserungen zahlen sich aus : Telekom verliert immer weniger Kunden

Das Deutschlandgeschäft des Telefonanbieters stabilisiert sich. Die Zahl der Kundenbeschwerden gingen massiv zurück.

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Deutsche Telekom.Foto: dpa

Berlin - Die Zeiten, in denen die Deutsche Telekom jedes Quartal über massive Kundenverluste berichten musste, scheinen vorbei. „Wir haben es nach vielen Jahren mit Rückgängen im Heimatmarkt geschafft, das Geschäft zu stabilisieren“, sagte Konzernchef René Obermann am Donnerstag in Bonn. „Wenige haben uns das zugetraut, als wir uns Anfang 2007 dieses Ziel gesetzt haben.“ Seitdem habe sich der Kundenservice dramatisch verbessert. So sei etwa die Zahl der Beschwerden seit Ende 2007 um mehr als die Hälfte gesunken. Die Telekom sei wieder wettbewerbsfähig, stellte Obermann bei der Vorlage der Halbjahreszahlen fest.

43 Prozent ihres Umsatzes macht die Telekom noch immer im Inland. Nachdem im ersten Quartal zum ersten Mal seit langem wieder ein Umsatzplus im Mobilfunkgeschäft erzielt wurde, ging der Umsatz in der Festnetzsparte im zweiten Quartal nur noch um drei Prozent zurück – das ist der geringste Rückgang seit zwei Jahren. Dabei ging die Zahl der Festnetzanschlüsse der Telekom seit Jahresende 2009 bis Mitte 2010 von 26,2 Millionen auf 25,5 Millionen zurück. Zum Vergleich: Insgesamt gibt es in Deutschland knapp 39 Millionen Telefonanschlüsse. Im Breitbandmarkt kommt die Telekom immer noch auf einen Marktanteil von 46 Prozent. Die Erlöse im Mobilfunkgeschäft stiegen zwischen April und Juni gegenüber der Vorjahresperiode um 5,5 Prozent. Wachstumstreiber ist hier vor allem das Surfen mit Handy, Smartphone und Laptop. „Die Umsätze mit dem mobilen Internet liegen zum Halbjahr bei 2,1 Milliarden Euro“, sagte Obermann. „Das Wachstum ist mit 27,9 Prozent weiter immens.“

Insgesamt gingen die Erlöse im Deutschlandgeschäft im zweiten Quartal um 0,4 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zurück. Obermann will das Geschäft spätestens in zwei Jahren wieder flottkriegen. Das Betriebsergebnis stieg um 4,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Im Heimatland beschäftigt die Telekom (ohne T-Systems) noch rund 80 000 Mitarbeiter, darunter sind immer noch fast 28 500 Beamte.

Weltweit kommt der Konzern auf gut 251 000 Mitarbeiter. Sie setzten im zweiten Quartal 15,5 Milliarden Euro um, 4,4 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Analysten hatten mit einem Umsatz von 15,4 Milliarden Euro und einem Überschuss von 757 Millionen Euro gerechnet. Tatsächlich sank der Überschuss um neun Prozent auf 475 Millionen Euro. Der teilweise Rückzug aus dem schwächelnden Geschäft in Großbritannien hat die Telekom erneut mit etwa 200 Millionen Euro belastet.

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