Wirtschaft : Siemens AG: Börse reagiert freundlich auf Mutterkonzern und Tochter Infineon

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Mit zweistelligen Zuwachsraten hat Siemens das neue Geschäftsjahr schwungvoll begonnen. Nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr steigerte der Konzern im ersten Quartal das Ergebnis um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie Siemens am Mittwoch mitteilte. Vorstandschef Heinrich von Pierer erklärte zufrieden, Siemens sei auf einem gutem Weg. Ziel sei weiterhin eine deutliche Ertragssteigerung. Die Bilanz der Monate Oktober bis Dezember 2000 deute jedenfalls daraufhin.

"Gemischte Signale" für das laufende Geschäftsjahr sandte die Siemens-Tochter Infineon aus. Wegen der abgeschwächten Nachfrage nach Speicherbauelementen setzte das Unternehmen zuletzt weniger um als erwartet. Wie Vorstandschef Ulrich Schumacher erklärte, ist der Umsatz des Unternehmens im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 (1. Oktober bis 31. Dezember 2000) zwar um acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Im Vergleich zum Rekordumsatz in den drei Monaten zuvor sei es jedoch ein Rückgang von 30 Prozent. Insgesamt betrug der Umsatz zwischen Oktober und Dezember 2000 rund 3,2 Milliarden Mark (1,66 Milliarden Euro). Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) einschließlich einmaliger Sondereinnahmen von 202 Millionen Euro aus dem Verkauf der Image & Video-Aktivitäten lag nach Angaben des Unternehmens bei etwa 880 Millionen Mark (rund 446 Millionen Euro). Dies entspreche einer Steigerung von 83 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000, jedoch einem Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem Rekordergebnis des Vorquartals. Der Nettogewinn habe im ersten Quartal rund 560 Millionen Mark (280 Millionen Euro) betragen. Zum Teil erklärte sich Schumacher den schwächelnden Markt bei den Speicherbauelementen mit der zurückhaltenden Nachfrage nach dem neuen Betriebssystem Windows 2000. Der Infineon-Vorstandschef hoffe auf einen steigende Nachfrage.

Der Siemens-Konzern konnte nach eigenen Angaben bei allen wesentlichen Kennzahlen zweistellig wachsen. Das Konzernergebnis nach Steuern liege mit 778 Millionen Euro (rund 1,5 Milliarden Mark) um 32 Prozent über dem Vorjahreswert. Beim Auftragseingang wurde ein Plus von 28 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro erzielt. Der Umsatz habe sich im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro erhöht.

Zu dem guten Ergebnis trugen laut Siemens vor allem die Mobilfunk-Aktivitäten bei. Beim Geschäft mit der Netzinfrastruktur habe das Unternehmen vom ungebrochenen Boom bei der GSM-Technik profitiert. Außerdem habe sich die Zahl der verkauften Handys in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres gegenüber dem Vorjahr auf 9,3 Millionen fast mehr als verdoppelt. Damit belege Siemens Platz zwei im europäischen Handy-Markt.Gleichwohl warnte der Konzern vor Unsicherheiten. Die im Dezember abgegebene Prognose, wonach der Absatz von Mobiltelefonen in diesem Jahr von 24 Millionen auf 48 Millionen Stück steigen soll, nannte Konzernchef von Pierer am Mittwoch ein "weites Ziel".

An der Börse wurden die Zahlen freundlich aufgenommen. Siemens und Infineon zählten zu den wenigen Gewinnern.

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