Wirtschaft : Siemens baut Stellen in der Computersparte ab

MÜNCHEN (tmh).Bei der Siemens AG, Berlin/ München, droht durch eine im April beginnende Umstrukturierung des neuen Geschäftsfelds Computersysteme, wie in einem Teil der Freitagausgabe bereits berichtet, der Abbau von 1130 Stellen.Ein Sprecher in München bezeichnete diese Dimension als "theoretische Zahl" und ersten Vorschlag, den das Management nun mit der Belegschaft diskutiere.

Entlassungen sollen möglichst vermieden werden.Betroffen seien unter anderem die Standorte München, Paderborn und Augsburg.Zum Umbau und möglichen Stellenabbau zwinge immer stärkerer Preisdruck.Ziel sei es, das Geschäftsfeld in die beiden Sparten Volumenprodukte für den Massenmarkt (Personal Computer und NT- Server) sowie Unternehmensprodukte für Großkunden (Unix-Server und Großrechner) aufzuteilen, sagte ein Siemens-Sprecher.In welchem Umfang der Elektrokonzern durch den Umbau Kosten sparen will, blieb offen.Siemens peile eine international führende Kostenstrukur an, hieß es lediglich.

Der laut Siemens leicht profitable Bereich Computersysteme ist gleichbedeutend mit dem Großteil der jüngst in den Konzern eingegliederten ehemaligen Tochter Siemens Nixdorf Informationssysteme (SNI) und beschäftigt global rund 9000 Mitarbeiter.Die PC-Produktion mit rund 4,5 Mrd.DM Umsatz sollte vor kurzem an den taiwanesischen Computerkonzern Acer verkauft werden.Seit dem Scheitern dieses Deals sucht Siemens nach neuen Partnern, da der Elektrokonzern in diesem Bereich international zu klein und zu sehr auf Europa fixiert ist.Die Umstrukturierung ziele nicht auf einen Verkauf oder eine neue Partnerschaft.

Allerdings gebe es unabhängig davon Gespräche mit diversen Interessenten.Siemens halte daran fest, sich bei Computersystemen "mittelfristig" zu verstärken.Offen sei, ob das auf eine Abgabe des Bereichs, Zukäufe oder Gemeinschaftsprojekte hinauslaufe.Auch einen Zusammenhang mit der offenbar anstehenden Verstärkung von Siemens im Bereich Internet-Technologie gebe es nicht, sagte der Unternehmenssprecher.Die Münchner wollen kommenden Montag in New York zum angeblichen Zukauf mehrerer US-Firmen Stellung nehmen.

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