Wirtschaft : Siemens-Chef erhöht Druck auf Problemsparten im Konzern

-

München - Siemens-Chef Klaus Kleinfeld verlangt bessere Renditen von den Sparten des Münchener Technologiekonzerns. „Wir halten konsequent an den Margenzielen fest“, sagte der Manager dem Handelsblatt. Es bleibe dabei, dass sämtliche Bereiche die geforderten Renditeziele bis April 2007 erreichen müssen. Derzeit ist lediglich die Hälfte der Geschäftsfelder so weit. „Nur so können wir genügend Kapital schaffen, um Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau neuer Geschäfte zu finanzieren.“

Für seine Margenvorgabe muss Kleinfeld dieser Tage viel Kritik einstecken. Auf der einen Seite bemängelt die IG Metall die ihrer Ansicht nach einseitige Ausrichtung am Interesse der Aktionäre. Auf der anderen Seite fordern immer mehr Analysten, dass Kleinfeld härter durchgreift. Sie wollen erreichen, dass die renditeschwachen Bereiche abgestoßen werden und es keine Frist bis 2007 gibt.

Einen solchen Schritt hat Kleinfeld bereits getan, als er das Handy-Geschäft abgab. Den IT-Dienstleister SBS will Kleinfeld aber trotz der Verluste offenbar nicht verkaufen. „Unser erklärtes Ziel ist, SBS wettbewerbsfähig zu machen“, unterstrich er. Von den 14000 Berliner Siemens-Beschäftigten arbeiten etwa 730 bei SBS. Kleinfeld betont, dass Siemens auch deshalb ein großes Interesse an einer Sanierung habe, weil der Konzern mit seiner gesamten IT ein SBS-Kunde sei.

Auch der Verkauf der Kommunikationssparte Com steht laut Kleinfeld nicht auf der Tagesordnung, obwohl das Geschäft schon lange nicht mehr rund läuft. Kleinfeld: „Wir denken nicht über eine Trennung von Com nach, sondern darüber, wie wir alle Aktivitäten des Bereichs optimieren können.“ Mit Stellenabbau und einer Verkürzung der Arbeitszeiten reagiert Siemens auf die Umsatzeinbrüche in einigen Feldern der Sparte. jojo/HB

0 Kommentare

Neuester Kommentar