Wirtschaft : Siemens: Das Unternehmen streicht Jobs in Handy-Fabriken

Der Siemens-Konzern streicht in Deutschland wegen der Flaute auf dem Mobilfunkmarkt rund 2000 befristete Stellen in der Handy-Produktion. Die Verträge würden nicht verlängert, bestätigte eine Siemens-Sprecherin am Montag einen Bericht der "Neue Ruhr Zeitung" (Dienstagsausgabe). Damit reagiere der Konzern auf die derzeitige Marktsituation. Laut früheren Angaben beschäftigt der Konzern in Deutschland insgesamt etwa 8000 Menschen in der Handyproduktion. Auch andere große Handyhersteller wie Motorola hatten jüngst Stellenstreichungen angekündigt.

Die Neue Ruhr Zeitung berichtete zudem, Siemens wolle die Produktion von Mobilfunkgeräten auf den Standort Kamp-Lintfort konzentrieren. Dennoch sollten auch in der Stadt am Niederrhein 700 befristete Zeitverträge nicht verlängert werden. An den anderen Standorten im westfälischen Bocholt und in Leipzig würden 800 beziehungsweise 300 befristete Stellen gestrichen. Den Bericht über eine Konzentration auf nur noch einen Produktions-Standort wollte die Sprecherin der Siemens AG nicht kommentieren.

Ursprünglich wollte Siemens den Handy-Absatz im Geschäftsjahr 2000/01 auf 48 Millionen Geräte verdoppeln. Siemens-Chef Heinrich von Pierer wiederholte das Ziel aber zuletzt nicht mehr und verwies auf die unsicheren Prognosen im Handy-Markt. Diese seien von früher weltweit deutlich über 500 Millionen Stück auf jetzt noch bestenfalls 450 Millionen gesenkt worden. Dies würde nach den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit nur noch einen Anstieg von etwa zehn Prozent bedeuten.

Auch beim US-Mobiltelefonhersteller Motorola sieht es nicht rosig aus. Für das erste Quartal rechnen die Analysten mit einem Verlust von sieben Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 8,1 Milliarden Dollar. 2000 hatte Motorola in den ersten drei Monaten noch einen Gewinn von 20 Cents bei einem Umsatz von 8,8 Milliarden Dollar gemacht.

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