Wirtschaft : Siemens-Gebäudetechnik will von Zürich aus den Weltmarkt erobern

ZÜRICH .Mit seinem neuen in Zürich ansässigen Geschäftsbereich Siemens Building Technologies will der Siemens-Konzern die Weltmarktführerschaft in der Gebäudetechnik ausbauen.Der Bereich soll zudem die geplante Verstärkung und Internationalisierung des Industriegeschäfts deutlich machen, sagte Vorstandsmitglied Edward G.Krubasilk am Donnerstag in Zürich.Siemens Building Technologies ist der erste Bereich der Siemens AG, Berlin/München, mit dem Hauptsitz außerhalb Deutschlands.Die Siemens Building Technologies ist durch die 2,5 Mrd.Franken (rund drei Mrd.DM) teure Übernahme der Schweizer Elektrowatt AG und die Zusammenlegung mit den Aktivitäten der Siemens-Gebäudetechnik in Erlangen entstanden.Nach den Worten von Oskar K.Ronner, bisher Geschäftsleitungsvorsitzender der Elektrowatt und neuer Bereichsvorstand, will die Gebäudetechnik im ersten Geschäftsjahr, das am 1.Oktober begann, deutlich über acht Mrd.DM Umsatz erzielen.

Der neue, weltweit tätige Bereich mit rund 30 000 Mitarbeitern hat einen Weltmarktanteil von etwa 20 Prozent.Nach eigenen Angaben ist Siemens Building Technologies in Europa mit Abstand Marktführer und hat in den USA mit 20 Prozent eine gute Position.In der Region Asien Pazifik und in Lateinamerika plane man dagegen zur besseren Marktabdeckung die Akquisition von Vertriebsorganisationen.Nach Siemens-Angaben hat die Gebäudetechnik zur Zeit ein weltweites Marktvolumen von 40 Mrd.DM, das in zwei Jahren auf 50 Mrd.DM ansteigen dürfte.

Siemens hatte die Übernahme des Industrieteils der Elektrowatt vom Mehrheitsaktionär, dem Bankenkonzern Credit Suisse Group, Zürich, bereits vor knapp zwei Jahren angekündigt.Zu Elektrowatt gehört mit der Landis & Staefa der Weltmarktführer in der Gebäudeautomation und mit der Cerberus AG die Nummer eins in der Gebäudesicherheit (vor allem Brandschutz).

Von den 30 000 Mitarbeitern der Siemens Building Technologies kommen 22 000 von Elektrowatt und 8000 von Siemens in Deutschland.Ein größerer Personalabbau sei nicht geplant, wurde in Zürich betont.In Deutschland seien aber gewisse Restrukturierungsmaßnahmen in einem "sehr engen Rahmen" vorgesehen, sagte ein Sprecher, ohne nähere Angaben zu machen.

Siemens ist zuletzt fast nur noch im Ausland gewachsen.Der Auslandsanteil am Umsatz von zuletzt knapp einem Drittel steigt sukzessive.Dabei soll der Anteil in den USA von heute 20 in den kommenden Jahren auf 25 Prozent steigen.In Asien war bis zu Beginn der Krise noch eine Verdopplung der Umsatzquote von zehn auf 20 Prozent erwartet worden.Mit der Krise in den asiatischen Wachstumsmärkten sowie den damit einhergehendem Preisverfall auf dem Chip-Markt ist der Münchner Konzern auch in Turbulenzen geraten.Am Donnerstag notierte die Siemens-Aktie um rund 50 DM unter ihrem diesjährigen Höchststand.

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