Siemens : Pierer will nicht büßen

Die Auseinandersetzung zwischen Siemens und Heinrich von Pierer eskaliert. Der Technologiekonzern fordert von seinem ehemaligen Vorstandschef Schadenersatz in Höhe von sechs Millionen Euro, weil man ihm eine Mitverantwortung für den Schmiergeldskandal vorwirft.

Berlin - Am Freitag wies Pierer die Vorwürfe erneut zurück. Seinerseits warf er Siemens vor, eine Kampagne gegen ihn zu fahren.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, dass in dem Bußgeldverfahren, das die Münchner Staatsanwaltschaft in der Korruptionsaffäre gegen von Pierer führt, kurz vor dem Abschluss steht. Angeblich soll Pierer eine Million Euro zahlen. „Die Siemens AG wählt erneut den hinlänglich bekannten Weg der Druckausübung über eine Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung“, ließ Pierer mitteilen. Ihm sei von einem Bußgeldbescheid nicht bekannt, auch sehe er keinen Anlass den hinzunehmen.

Weder die Staatsanwaltschaft noch Siemens wollten dazu Stellung nehmen. Klar ist, dass Siemens spätestens bis Mitte November eine Einigung mit Pierer erreichen will, damit die ganze Angelegenheit auf der Hauptversammlung im kommenden Januar abgeschlossen werden kann. Pierer machte jedoch am Freitag noch einmal klar, dass er den Vorschlag von Siemens nicht annehmen könne, da er „ein asymmetrisches Anerkenntnis höchst streitbarer Vorgänge bedeuten würde“. Ihm liegt ebenfalls daran, dass parallel zu der Einigung mit Siemens auch das Bußgeldverfahren eingestellt wird. Doch wie es aussieht, spielt die Staatsanwaltschaft womöglich nicht mit.

Unterdessen engagierte der Technologiekonzern zwei namhafte Politprofis als neue Berater in außenpolitischen und unternehmensstrategischen Fragen: die beiden früheren Außenpolitiker Joschka Fischer und Madeleine Albright. Siemens möchte vom „einzigartigen Erfahrungsprofil und Netzwerk“ von Fischer und der ehemaligen US-Außenministerin profitieren. Die Beratung beziehe sich auf die geopolitischen Herausforderungen der Globalisierung, der Urbanisierung, des Klimawandels und des demographischen Wandels, teilte Siemens mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei Mitte Oktober in Berlin abgeschlossen worden. Zum Honorar wurde nichts mitgeteilt. vis

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