Wirtschaft : Siemens und die Megatrends

Energie, Infrastruktur und Gesundheit sind die Zukunft, meint Kleinfeld in Berlin

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Berlin - Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sieht sein Unternehmen auf gutem Weg, bis zum Frühjahr 2006 die selbst gesteckten Renditeziele zu erreichen. Er sei „ausgesprochen zuversichtlich“, dass es in allen Geschäftsbereichen gelingen wird, sagte Kleinfeld am Dienstag in Berlin. Hochrentable Sparten wie Medizintechnik oder Automation haben ihre Ziele bereits erreicht. Der Verluste schreibende Informationstechnik-Dienstleister SBS ist davon am weitesten entfernt. Wie SBS das Ziel erreichen soll, ließ Kleinfeld jedoch offen. Er betonte, dass Energie, Infrastruktur und Gesundheit die drei Säulen sind, auf denen der Konzern stehen und weiter „profitabel wachsen“ soll.

Gerade hat sich Siemens von einem anderen Krisenbereich – wenigstens teilweise – verabschiedet. Die Sparte für Telekommunikationsnetze (Com) hat der Konzern in ein Joint Venture mit Nokia eingebracht. Kleinfeld verteidigte den Schritt und sagte, er sehe für die Gemeinschaftsfirma nun die Chance, „die Nummer eins“ auf ihrem Gebiet zu werden.

Auch in puncto Wachstum hat der Siemens-Chef dem Konzern eine klare Vorgabe gemacht: „Unser Ziel ist, doppelt so schnell zu wachsen wie die Weltwirtschaft.“ Erreicht werden soll das, indem Siemens sich in seinen Geschäftsbereichen auf die „Megatrends“ des Planeten konzentriert: die Alterung der Gesellschaft und die zunehmende Verstädterung. Voraussetzung für den Erfolg sei, führend bei Innovationen zu sein. „Das Geld, das wir heute durch innovative Spitzentechnologie verdienen, sichert die Wettbewerbsfähigkeit und damit dauerhaft Arbeitsplätze“, sagte Kleinfeld. Derzeit sucht Siemens bundesweit 2400 Ingenieure. In 2005 hat Siemens 5,2 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Das sei mehr als der Forschungsetat der EU. Für Siemens sind es 6,8 Prozent des Umsatzes. Dieses Niveau solle beibehalten werden.

Dass auch Berlin ein attraktiver Standort für einen industriellen Arbeitgeber sein kann, zeige Siemens Power Generation. In der Hauptstadt wird derzeit die weltweit größte und leistungsstärkste Gasturbine gebaut. 2000 Mitarbeiter beschäftigt das Berliner Gasturbinenwerk. Dabei ändere sich das Qualifikationsprofil. Noch vor wenigen Jahren, sagte Kleinfeld, habe der Anteil der Facharbeiter bei den gewerblichen Arbeitnehmern im Gasturbinenwerk bei 60 Prozent gelegen. „Heute liegt der Anteil bei 80 Prozent“, sagte der Siemens-Chef. Das Werk zeige, wie man mit Innovationen auch in Deutschland wettbewerbsfähig sein könne. Insgesamt arbeiten rund 15 000 Menschen für Siemens in der Hauptstadt. vis

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