Wirtschaft : Siemens verkauft Zahntechnik

Investorengruppe will den Bereich an die Börse bringen

MÜNCHEN (tmh).Nach dem jüngsten Verkauf seines Rüstungsgeschäfts veräußert die Siemens AG, München/Berlin, nun mit ihrer Sparte Dentaltechnik erneut einen nicht mehr zu den Kernaktivitäten zählenden Teil des Konzerns.Ein entsprechender Vertrag sei vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts rückwirkend zum 1.Oktober unterzeichnet worden, teilte Siemens in München mit.Käufer ist eine internationale Investorengruppe, die im wesentlichen aus Pensionskassen und Versicherern besteht. Über Details und den Kaufpreis der 1995/96 (31.September) rund 900 Mill.DM umsetzenden Sparte mit 2700 Mitarbeitern herrscht Stillschweigen.Börsenkreise schätzen, daß Siemens etwa 750 Mill.DM für die Dentaltechnik erhält.In München ist von einem "guten, dreistelligen Millionenbetrag" die Rede.Das erklärte Ziel der Investoren sei, die Dental-Gruppe "in den nächsten Jahren" an die Börse zu bringen, teilte Siemens mit."Wir gehen davon aus, daß der Käufer das in Bensheim verankerte Dentalgeschäft sowohl in der Produktion als auch im Handel weiter ausbauen wird," sagte der für Medizinische Technik zuständige Siemens-Bereichsvorstand Götz Steinhardt.Die Dental-Arbeitsplätze im In- und Ausland seien auch nach dem Verkauf sicher. Am Hauptstandort Bensheim bei Darmstadt bei der Sirona Dentals Systems arbeiten etwa 1500 Frauen und Männer.250 Stellen gibt es in den USA.Der Rest ist über Handelsgesellschaften weltweit verteilt.Sirona ist unter anderem mit Zahnarzt-Instrumenten und Systemen für die Zahnversorgung global führender Anbieter für Dentaltechnik.Die ungenannten Investoren, die von der auf Firmenübernahmen spezialisierten Schroder Venture Organisation, London/Frankfurt (Main), beraten werden, haben in Deutschland nun bereits ein Dutzend auf anderen Feldern tätige Unternehmen erworben.Ein Einspruch des Kartellamts wird im Fall Dentaltechnik allgemein nicht befürchtet, da der Käufer nicht aus der Branche stammt und das Geschäft unabhängig weitergeführt wird. Siemens wird in diesem Jahr nicht mehr als zukunftsträchtig erachtetes Geschäft im Umfang von rund 6 Mrd.DM verkaufen, hatte Konzernchef Heinrich von Pierer vor kurzem angekündigt.Daran hingen etwa 10 000 Stellen.Auf der Verkaufsliste stehen - soweit bekannt - nun noch die sogenannten i-Center der Sparte Installationstechnik, die bereits in eine GmbH ausgegliedert wurden.Von Pierer will unter anderem mit dieser Strategie des "differenzierten Ausjätens" und dem gleichzeitigen Zukauf strategisch wichtiger Geschäftsteile bis zum Jahr 2000 die konzernweite Eigenkapitalrendite von heute 10 auf 15 Prozent steigern.

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