Skype : Hören und sehen

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Bei seiner Gründung im Jahr 2003 lehrte der Internet-Telefondienst Skype die Telefongesellschaften das Fürchten. Gespräche werden bei Skype vor allem via Computer geführt – und sind zwischen Skype-Nutzern kostenlos. Die Gründer Niklas Zennström und Janus Friis hatten zuvor schon mit der Tauschbörse Kazaa die Musikindustrie gegen sich aufgebracht. Zwei Jahre nach dem Start verkauften die Unternehmer Skype für 2,6 Milliarden Dollar an den Internetmarktplatz Ebay. Doch beide passten nicht zusammen. Im November 2009 verkaufte Ebay die Mehrheit an Skype an die Investmentgesellschaft Silver Lake. Die Skype-Gründer sind auch beteiligt. 2010 hatte Skype mehr als 500 Millionen registrierte Nutzer, die mit dem Dienst meist kostenlos rund um den Globus telefonierten. Gespräche ins Festnetz oder die Mobilfunknetze sind dagegen kostenpflichtig, aber oft sehr preiswert. Monatlich greifen 145 Millionen Nutzer auf den Service zurück, aber nur 8,1 Millionen Kunden zahlten dafür. Im vergangenen Jahr machte der Konzern bei einem Umsatz von 860 Millionen Dollar einen Verlust von sieben Millionen Dollar. Ursprünglich hatte Skype für Oktober 2010 seinen Börsengang geplant, dann aber wegen des schlechten Marktumfeldes verschoben. Der Erfolg von Skype ist vor allem darin begründet, dass es die erste einfach zu nutzende und gut funktionierende Anwendung für Internettelefonie war. Offen ist, wie Microsoft den hohen Kaufpreis refinanzieren will. Analysten halten es für unwahrscheinlich, dass Microsoft für Privatkunden bisher kostenlose Angebote kostenpflichtig macht, denn es gibt mittlerweile viele gleichwertige Dienste im Netz, wohin Nutzer schnell wechseln könnten. Während Skype auf eine eigene, geschlossene Technologie setzt, haben die Konkurrenten teils den Vorteil, über die Grenzen einzelner Dienste hinweg zu funktionieren. Möglich ist dagegen, dass Skype verstärkt Werbung bei seinem Dienst platziert. vis

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