Wirtschaft : So landen die Weihnachtsgeschenke pünktlich unterm Baum

Für Pakete und Päckchen gelten Stichtage für Heiligabend / Zulässige Höchst- und Mindestmaße für den Versand beachten

Nicole Heissmann

Vor Weihnachten fallen einem Freunde und Verwandte wieder ein, die man das Jahr über vernachlässigt hat. Das merkt auch die Deutsche Post: Dreimal so viele Pakete und Päckchen wie in einem anderen Monat des Jahres strömen vor Weihnachten durch die Frachtzentren: „Am Tag haben wir jetzt bis zu sechs Millionen Sendungen“, sagt Barbara Scheil, Pressesprecherin der Deutschen Post. Wichtig für alle, die Familie und Freunde pünktlich mit einem Weihnachtspäckchen überraschen wollen, sind die Stichtage. Sendungen für Deutschland müssen bei der Deutschen Post spätestens in der Woche vor Heiligabend aufgegeben werden. Wer in die EU-Länder verschickt, sollte Postpakete mit Luftpost bis zum 17. Dezember auf den Weg bringen, normale Postpakete sowie Päckchen bis zum 13. Dezember.

Ähnlich schnell und in etwa so günstig wie die Post verschickt der Kurier General Logistics Systems (GLS). Dort sollten Pakete für Deutschland und die EU spätestens Anfang der Woche ab dem 16. Dezember aufgegeben werden. 43 „Paketshops“ betreibt GLS in Berlin, 1000 bundesweit: „Das sind Kioske, Tankstellen oder Schreibwarenläden, die für uns Pakete annehmen“, sagt eine Sprecherin von GLS. Möglich sind fünf verschiedene Größen, Sendungen müssen fertig verpackt und leichter als 40 Kilo sein. Von GLS profitiert vor allem, wer kleine, schwere Sachen verschicken will: Bis 40 Kilo bleiben die Preise für die jeweilige Größe nämlich gleich. Lieferung auf die deutschen Inseln kostet allerdings 13,60 Euro extra, weil für die Schiffe externe Zusteller zuständig sind, die bezahlt werden müssen. Die Adresse des nächsten Paketshops und die Preise erfährt man im Internet unter www.gls-germany.com oder über die GLS-Hotline: 0180 52 52 700 (12 Cent pro Minute).

Marktführer bei Päckchen und Paketen ist immer noch die Deutsche Post. Häufig hat sie auch die günstigsten Tarife (siehe Preistabelle auf dieser Seite). Ein Päckchen bis zwei Kilo etwa geht bundesweit für 3,68 Euro auf die Reise, in EU-Länder für 7,70 Euro. Wer sein Paket versandfertig verpackt, aber weder Zeit noch Lust hat, es zur Annahmestelle zu bringen, kann das „ePaket“ der Deutschen Post nutzen: Im Internet wird der Auftrag ausgefüllt und das Paket vom Paketzusteller abgeholt. Für 8,50 Euro können bis zu 20 Kilo innerhalb Deutschlands verschickt werden (Maße maximal 120 x 60 x 60 cm). Das ePaket ist so schnell unterwegs wie das Postpaket, muss also für deutsche Empfänger spätestens in der Woche vor Weihnachten verschickt werden.

Natürlich findet man die schönsten und wichtigsten Weihnachtsgeschenke immer erst in letzter Minute. Dann muss ein Eilversand her. Wenn es wirklich eng wird und das Paket ins Ausland soll, lohnt sich der Luftpostaufschlag der Deutschen Post innerhalb Europas nicht unbedingt: So kann ein Luftpost-Päckchen nach Italien bis zu fünf Tage brauchen, nach Spanien sogar bis zu sieben. Wer es also eilig hat, wählt den Express-Service der Post – und hält den Weihnachtsstichtag 21. Dezember ein. Allerdings kostet dabei zum Beispiel eine Drei-Kilo-Sendung in der EU stolze 69,02 Euro.

Etwas günstiger geht es mit dem Berliner Kurier Messenger: Für 50,60 Euro wird ein 3-Kilo-Paket über Nacht zum Beispiel nach Frankreich transportiert – und vorher zu Hause abgeholt. Das gilt auch am 23. Dezember, die Abholung muss aber vor 19 Uhr erfolgen (Tel. 030 23 55 000, www.messenger.de ). Bei Messenger hat jedes EU-Land seinen eigenen Preis.

Für den Versand sollte ein Paket stabil verpackt und leserlich mit den Adressen von Empfänger und Absender beschriftet sein. Als Standard gilt die Quaderform, oft sind auch Rollen möglich. In jedem Fall sollte man sich vorher nach den zulässigen Packmaßen erkundigen (siehe auch Tabelle auf dieser Seite). Wer etwas ganz Sperriges verschicken will, etwa ein Paar Ski, zahlt oft deutlich mehr: So genanntes „Sperrgut“ kostet bei der Deutschen Post zusätzlich zum Versandtarif 20 Euro. Auch Messenger berechnet Extragebühren für voluminöse Sendungen.

Ungewöhnliche Geschenke wie Salzsäure für den Chemiebaukasten des Neffen sollten lieber persönlich überbracht werden: Alles, was giftig ist, bleibt bei der Post vom Versand ausgeschlossen. Tiere dürfen überhaupt nicht verschickt werden, bei Pflanzen übernimmt die Post keine Gewähr, in welchem Zustand der Gummibaum ankommt. Wenn beim Versand der Deutschen Post etwas vermisst wird, sollte man nach einer Woche nachfragen. Dann kann der Absender – nicht der Empfänger – einen kostenlosen Nachforschungsantrag stellen. Beim Versand von Wertsachen empfiehlt sich eine Transportversicherung: Für eine Summe bis 2500 Euro kostet das bei der Deutschen Post 3,50 Euro extra. Normalerweise sind Postpakete bis 500 Euro versichert, GLS-Sendungen bis 750 Euro. Es sollte aber kein Hinweis wie „Achtung, wertvoll“ auf dem Paket stehen.

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