So war der Tag : Aktien im Abwärtssog

Belastet von Sorgen um das spanische Bankensystem und um einen weiter schwächelnden Euro hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag kräftige Verluste verbucht. Der Dax brach zeitweise um 3,4 Prozent ein und lag zum Handelsschluss noch 2,3 Prozent niedriger als am Pfingstmontag bei 5670 Punkten. Er erreichte damit seinen tiefsten Stand seit Ende Februar. Der M-Dax sank um 4,3 Prozent auf 7428 Punkte. Der Tec-Dax verlor 4,5 Prozent auf 691 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 sackte zeitweise um mehr als 4,3 Prozent ab und verlor zuletzt 2,7 Prozent auf 2488 Punkte. Der Dow-Jones-Index stürzte zu Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street um 2,9 Prozent auf 9774 Punkte ab und sank damit erneut unter die Marke von 10 000 Punkten.

„Es ist ein Mix aus negativen Nachrichten, der die Anleger verunsichert“, sagte Fondsmanager Thorsten Winkler von Veritas Investment Trust. Die Zuspitzung der Situation in Korea und die Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass Spaniens Bankensystem reformiert werden müsse, drückten die Stimmung der Anleger. Zudem war der Euro gegenüber dem Yen auf den tiefsten Stand seit November 2001 gefallen. Ein Euro war zuletzt 109,550 Yen wert. Negativ wirkte sich außerdem aus, dass die großen Indizes technisch angeschlagen sind, also wichtige Kursmarken nach unten durchbrochen haben, die bei professionellen Investoren viel Beachtung finden.

Stark unter Druck standen am deutschen Aktienmarkt Stahlwerte: Papiere von Thyssen-Krupp sanken um 4,2 Prozent, für Aktien von Salzgitter und Klöckner & Co (KlöCo) ging es um 4,6 beziehungsweise 6,9 Prozent nach unten. Als größter Verlierer im Dax büßten Papiere von Infineon 9,4 Prozent ein. Als Grund führten Börsianer an, dass JP Morgan seine Einschätzung der Aktie des deutschen Halbleiterherstellers gesenkt hatte.

Vergleichsweise stabil hielten sich im Dax-Mittelfeld die deutschen Finanzwerte Deutsche Börse (minus 1,3 Prozent), Deutsche Bank (minus zwei Prozent) oder Münchner Rück (minus 1,9 Prozent).

An der Dax-Spitze notierten Papiere von Fresenius Medical Care (plus 0,2 Prozent). Der Dialysespezialist hatte sich mit der thailändischen Klinik Bumrungrad auf die Übernahme von Asia Renal Care geeinigt, einem führenden Dialyseanbieter im asiatischen Raum.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,13 (Vortag: 2,22). Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 127,96 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,52 Prozent auf 129,28 Punkte. Der Kurs des Euro zeigte derweil nach unten: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2223 (Montag: 1,2360) US-Dollar fest. Zuvor war der Kurs bis auf 1,2183 Dollar abgerutscht. Der Dollar kostete damit 0,8181 (0,8091) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben