So war der Tag : Dax fällt weit zurück

Enttäuschende US- Daten haben den Dax am Dienstag zusätzlich belastet. Der Leitindex lag bei Handelsschluss fünf Prozent im Minus bei 5834 Punkten. Seit seinem 12-Wochen- Hoch am Freitag hat der deutsche Leitindex damit mehr als zehn Prozent eingebüßt. Der M-Dax der 70 größten Nebenwerte fiel um 3,8 Prozent auf 8730 Zähler, der Tec-Dax gab 4,6 Prozent auf 673 Punkte ab. Aktien waren ohnehin unter starkem Verkaufsdruck; die geplante Volksabstimmung über das neue Rettungspaket in Griechenland schürte die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone.

Am Nachmittag blieb dann der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der weltgrößten Volkswirtschaft deutlich hinter den Erwartungen zurück: Das Wachstum im Oktober schwächte sich im Vergleich zum Vormonat spürbar ab. Analysten hatten eine leichte Verbesserung prognostiziert.

Die geplante Volksabstimmung in Griechenland über das internationale Hilfspaket erwischte auch die Wall Street kalt. Die New Yorker Börsen rutschten am Dienstag zum Handelsbeginn kräftig ab. Anleger befürchten, dass der mühsam ausgehandelte Fahrplan der Euro-Staaten zur Bewältigung der Schuldenkrise in Gefahr gerät. „Der Markt war auf dieses griechische Referendum nicht vorbereitet, das sich zu einem Killer entwickeln könnte“, sagte Investmentstratege Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Nun könne der gesamte europäische Rettungsplan unter die Räder kommen. Bankaktien gehörten zu den größten Verlierern. Deutsche Bank, Commerzbank und Aareal Bank rutschten zwischenzeitlich prozentual zweistellig ab. Börsianer sprachen von einer wieder deutlich verstärkten Unsicherheit um die Eurozone. Hinzu kamen schlechter als erwartete Zahlen der Credit Suisse aus der Schweiz.

Alle 30 Dax-Werte notierten im Minus. Am stabilsten notierte noch die Merck-Aktie mit einem moderaten Minus von 0,4 Prozent. Ein negativer Analystenkommentar sorgte beim Autohersteller Daimler für ein Kursminus von 5,9 Prozent. Automobilwerte zählten zu den schwächsten Titeln in Europa.

Die Aktien von Thyssen-Krupp gaben ebenfalls um mehr als 5,8 Prozent nach. Der Stahl- und Industriegüterkonzern lässt Börsianern zufolge seine Geschäftsverbindungen zu einem Geschäftsmann in Südkorea abermals überprüfen. Dieser soll in einen möglichen Bestechungsfall des Friedrichshafener Motorenbauers Tognum in Asien involviert sein. Das irritierte die Anleger.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,64 (Montag: 1,86) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,86 Prozent auf 130,77 Punkte. Der Bund Future stieg um 1,76 Prozent auf 137,85 Punkte. Der Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3627 (Montag: 1,4001) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7338 (0,7142) Euro. Tsp

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