So war der Tag : Dax unter 6000 Punkten

Der Dax ist am Montag unter die Marke von 6000 Punkten gefallen. Bis zum Handelsschluss gab er um fünf Prozent auf 5923 Punkte nach. Nach einem leichten Plus am Morgen war der Dax im weiteren Handelsverlauf immer weiter ins Minus gerutscht. Auch die Nebenwerte gerieten in diesen Sog. Der M-Dax verlor 6,5 Prozent auf 8539 Zähler. Der Tec-Dax rutschte um 5,3 Prozent auf 679 Punkte ab. Der Dow-Jones-Index lag bei Handelsschluss 2,5 Prozent niedriger bei 11 156 Punkten.

Zunächst hatte das Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen mit beruhigenden Aussagen der G7-Finanzminister noch geholfen, weiteren Schaden durch den Verlust der Topbonität der US-Staatsanleihen auszugleichen. Auch der Euro konnte nur kurz profitieren, denn viele Anleger zweifeln am politischen Willen der nördlichen Länder der Euro-Zone zur Solidarität mit den hochverschuldeten südlichen Ländern. Hoch im Kurs stand am Montag lediglich die Krisenwährung Gold. In der Vorwoche war der Dax trotz der Einigung im US-Schuldenstreit in der längsten Verlustserie seit 1993 bereits um fast 13 Prozent abgerutscht.

Finanzwerte und dabei insbesondere die Aktien der Versicherer zählten zur Überraschung einiger Anleger zu den Favoriten – wenngleich auch sie im Minus notierten. Die Titel gelten als ein Seismograph für die Sorgen um die angespannte Verschuldungslage. Papiere der Deutschen Bank erlebten wie an den Vortagen eine Berg- und Talfahrt und schwankten heftig hin und her – zuletzt rutschten sie aber um 3,1 Prozent ab. Der Versicherer Munich Re hielt sich lange im Plus und fiel bis zum Abend an der Dax-Spitze um 0,3 Prozent.

Börsianer verwiesen auf die Anleihenkäufe der EZB, die für Beruhigung sorgten. Die Reaktion der Währungshüter auf die jüngsten Verwerfungen an den Märkten kann laut Royal Bank of Scotland als „kraftvolle“ Antwort verstanden werden.

Ganz oben auf den Verkaufslisten landeten aber Autowerte wegen negativen Analystenkommentaren zu dem Sektor. BMW-Papiere standen mit minus 9,7 Prozent am Dax-Ende. Dabei ist der Münchener Autobauer mit einem weiteren Absatzrekord in die zweite Jahreshälfte gestartet. BMW-Aktien hatten das Jahr 2010 mit einem Plus von 85 Prozent beendet und liegen nun mehr als drei Prozent unter ihrem Vorjahresschluss. Andere Einzeltitel wurden auch von Analystenstimmen bewegt: MAN-Papiere litten mit einem Minus von 6,8 Prozent unter einer negativen Studie von Merrill Lynch zum Lkw- Markt.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,15 (Freitag: 2,11) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,34 Prozent auf 127,41 Punkte. Der Bund Future notierte unverändert bei 132,36 Punkten. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4225 (1,4155) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7030 (0,7065) Euro. Tsp

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