So war der Tag : Der Dax behauptet sich

An den europäischen Aktienmärkten haben Anleger die Krisenherde der Welt am Freitag ausgeblendet und erneut gekauft. Nach dem kräftigen Kursplus von fast zwei Prozent am Donnerstag legte der Dax am Vormittag auf 6985 Punkte zu und hatte damit weiter die Marke von 7000 Punkten im Blick, die er seit dem Erdbeben in Japan vor zwei Wochen nicht mehr erreicht hatte. „Die Verunsicherung am Markt ist trotz der gestrigen Aufwärtsbewegung aber noch lange nicht verschwunden“, warnte ein Händler. Einem anderen Börsianer zufolge ist wegen der Nachrichtenlage mit erneuten Rückschlägen zu rechnen. „Daran ändert auch nichts, dass einige große Investoren nach den jüngsten Kursaufschlägen gezwungen waren, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.“ Am Abend stand der Dax noch mit 0,2 Prozent im Plus bei 6946 Punkten. Der M-Dax der mittelgroßen Werte hielt sich ebenfalls 0,2 Prozent höher bei 10 192 Punkten, und auch der Tec-Dax stieg um 0,7 Prozent auf 906 Punkte.

Zuvor war noch ein erfreulich ausgefallener Ifo-Index als Stütze für den Aktienmarkt ausgemacht worden. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft war im März trotz der Krisen in Japan und Nahost nur minimal gefallen. Analysten hatten mit einer noch stärkeren Abkühlung gerechnet. Der Index stagniere auf einem sehr hohen Niveau, kommentierte Volkswirtin Ulrike Rondorf von der Commerzbank. Das zeige, dass der Aufschwung in Deutschland weitergehe.

Zu den besten Werten im Dax gehörten die Aktien von SAP, die sich um 1,9 Prozent verteuerten. Sie profitierten von guten Ergebnissen des US-Rivalen Oracle und einer positiven Analystenstudie von der britischen Bank HSBC. Händlern zufolge hatte Oracle mit seinem dritten Quartal und beim Ausblick die Markterwartungen übertroffen. Siemens-Titel waren mit einem Plus von einem Prozent ebenfalls unter den besseren Werten zu finden. Wie Medien berichteten, könnte der Aufsichtsrat des Münchner Elektrokonzerns am Montag den Börsengang der Siemens-Lichttochter Osram beschließen.

Aus dem M-Dax gab Gildemeister Details zu einer bereits angekündigten 20-prozentigen Kapitalerhöhung bekannt und stieß damit auf positive Reaktionen seitens einiger Analysten. Die Aktien schnellten daraufhin als bester Indexwert um sieben Prozent hoch. Gagfah-Titel litten dagegen unter einer angekündigten Klage der Stadt Dresden, die damit eine schon länger andauernde Drohung wahr macht. Sie rutschten am Index-Ende um 2,9 Prozent ab.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,00 (Donnerstag: 2,96) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,15 Prozent auf 122,02 Punkte zu. Der Bund Future fiel um 0,08 Prozent auf 122,10 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4115 (1,4128) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7085 (0,7078) Euro. Tsp

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