So war der Tag : Deutsche Bank bremst den Dax

Kursverluste bei der Deutschen Bank haben am Donnerstag den Aufwärtstrend im Dax abgebremst. Der Leitindex notierte 0,6 Prozent höher bei 6655 Punkten, nachdem er am Vortag noch 2,4 Prozent gewonnen hatte. Die Aktien der relativ stark gewichteten Deutschen Bank waren mit einem Minus von bis zu drei Prozent einer der größten Verlierer, nachdem der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann für das vierte Quartal unerwartet einen Verlust vermelden musste. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,4 Prozent. Der M-Dax kletterte um 0,8 Prozent auf 10 212 Zähler, der Tec-Dax stieg um 0,7 Prozent auf 761 Punkte.

Am Markt sorgte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao nur kurz für steigende Kurse. Wen sagte nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel in Peking, die Volksrepublik prüfe, sich über die Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM stärker an der Lösung der europäischen Schuldenkrise zu beteiligen. Die US-Börsen eröffneten trotz der Ankündigung des fünf Milliarden Dollar schweren Börsengangs von Facebook schwach.

Auf der Gewinnerseite im Dax standen die Aktien der Deutschen Börse und von Linde. Sie legten nach Analystenkommentaren um vier beziehungsweise 0,9 Prozent zu. Im M-Dax schossen die Papiere von Sky Deutschland zeitweise um mehr als 30 Prozent nach oben und schlossen mit einem Kursgewinn von 19,3 Prozent. Der Bezahlfernsehsender hat im vorigen Jahr 359 000 Kunden gewonnen. Außerdem plant Sky zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen über 300 Millionen Euro, die vollständig durch Murdochs Medienkonzern News Corp abgesichert sind. Der Verkauf des Bogendruckgeschäfts von Manroland an den britischen Mischkonzern Langley drückte die Aktien von Heidelberger-Druck um 3,9 Prozent ans Ende des M-Dax. Nach der Pleite von Manroland sei die Heidel-Druck-Aktie vor allem aufgrund der Hoffnung gestiegen, dass ein Spieler den Markt verlassen werde. „Dies ist nicht geschehen. Das Marktumfeld bleibt unseres Erachtens schwierig“, schrieb Jasko Terzic von der DZ Bank.

Im Tec-Dax kletterten Nordex mit einem Plus von 4,3 Prozent an die Spitze. Finanzchef Bernard Schäferbarthold sagte in einem Interview, dass die Gespräche des Windturbinenbauers mit einem chinesischen Versorger zur Stärkung des Asiengeschäfts auf einem guten Weg seien. Auch die Verhandlungen mit einem Investor zur Weiterentwicklung der Offshore- Technologie seien vor dem Ziel. Q-Cells-Aktien stürzten um 18,3 Prozent ab.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,48 Prozent (Mittwoch: 1,50). Der Rentenindex Rex stieg um 0,29 Prozent auf 131,89 Punkte. Der Bund-Future legte 0,24 Prozent auf 139,58 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel etwas: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3094 (1,3175) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7637 (0,7590) Euro. Tsp

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