So war der Tag : Die Händler streiken

Die deutschen Aktienmärkte haben am Donnerstag wieder Verluste verzeichnet. Der Leitindex Dax ging mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 7114 Punkten auf dem tiefsten Stand seit mehr als einem Monat aus dem Handel. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor 0,1 Prozent auf 10 624 Punkte und der Technologiewerte-Index Tec-Dax fiel um 0,6 Prozent auf 892 Punkte.

Laut Herbert Perus, Leiter des Aktienteams bei Raiffeisen Capital Management in Wien, erlebt der europäische Aktienmarkt insgesamt derzeit einen „Käufer- und Verkäuferstreik“. Schuld daran seien die Sorgen um die Finanzkrise im Euroraum. Am deutschen sowie den übrigen europäischen Aktienmärkten herrsche derzeit Stillstand, sagte Perus. Europäische Union, Europäische Zentralbank und IWF überprüfen derzeit, ob Griechenland alle Voraussetzungen erfüllt, um weitere Hilfen aus dem Rettungspaket zu erhalten.

Für Nervosität an den Aktienmärkten sorgte zudem die Aussage von EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo, dass künftig mit stärkeren wirtschaftlichen Schwankungen und schlechteren Wachstumsaussichten zu rechnen sei. Auch US-Konjunkturdaten fielen enttäuschend aus. So beantragten mit 424 000 Amerikanern mehr Bürger als erwartet erstmals Arbeitslosenhilfe. Darüber hinaus fiel die Wirtschaftsleistung in den USA im ersten Quartal einer zweiten Schätzung zufolge schwächer aus als erhofft.

Die zunehmende Furcht vor einer Abkühlung der Konjunktur belastete unter anderem die europäischen Autowerte. BMW und Volkswagen gaben um 1,7 und 1,8 Prozent nach. Daimler verloren 0,7 Prozent. Renault, Peugeot-Citroen und Fiat verzeichneten Abschläge zwischen 1,5 und 0,6 Prozent ab.

Der Pessimismus an den Börsen machte am Tag der Hauptversammlung auch vor den Aktien der Deutschen Bank nicht halt. Die Titel sackten um 0,4 Prozent ab, nachdem sie zunächst im Plus notiert hatten. Vorstandschef Josef Ackermann erklärte den Aktionären, die Bank brauche kein frisches Kapital.

Am europäischen Markt standen darüber hinaus die Aktien des aufgespaltenen Logistikunternehmens TNT im Mittelpunkt. An der Amsterdamer Börse gewannen die Titel von TNT Express 9,7 Prozent, die Anteilsscheine der angeschlagenen Briefsparte Post NL gaben dagegen 7,4 Prozent nach. Händler zeigten sich überrascht von dem niedrigen Ausgabepreis der TNT-Express-Aktien. Die endgültige Zuteilung der Aktien soll bis zum 31. Mai erfolgen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,81 (Mittwoch: 2,79) Prozent. Der Rentenindex Rex verlor 0,22 Prozent auf 123,39 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,21 Prozent auf 125,27 Punkte. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,4168 (1,4069) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7058 (0,7108) Euro. Tsp

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