So war der Tag : G 20 verunsichert Anleger

Der Dax ist am Donnerstag um seinen Vortageswert gependelt. Wegen der Sorgen um verschuldete europäische Mitgliedsstaaten und des noch bis Freitag dauernden G-20-Gipfels hätten sich die Marktteilnehmer mit Engagements zurückgehalten, sagten Händler. Zugleich habe das kräftige Plus der Siemens-Aktie den Leitindex gestützt. Mit plus 0,1 Prozent auf 6723 Punkte ging der Dax schließlich aus dem Handel. Der M-Dax der Nebenwerte sank um 0,7 Prozent auf 9363 Punkte. Der Tec-Dax verlor kräftige 2,8 Prozent auf 791 Punkte.

„Der G-20-Gipfel spielt eine große Rolle“, sagte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research. Zudem habe es in den USA wegen eines Feiertages am Rentenmarkt keinen Handel gegeben, so dass Impulse gefehlt hätten. Händler Stefan Söllner von der Postbank sprach von Unsicherheiten wegen der Schuldenthematik, die vor allem die Finanzwerte belastet habe. Die europäische Schuldenkrise war wieder in den Fokus gerückt, nachdem EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zum Auftakt des G-20-Gipfels gesagt hatte, die EU werde dem hoch verschuldeten Irland im Notfall helfen.

Als Favorit im Dax legten die Aktien von Siemens um 2,6 Prozent zu. Der Konzern habe in allen Geschäftsbereichen gut abgeschnitten, lobten Börsianer. Enttäuscht reagierten Marktteilnehmer darauf, dass der Essener Versorger RWE seinen Ausblick nicht wie erhofft angehoben hat. Nachdem die Zahlen zum dritten Quartal im Rahmen der Erwartungen gewesen seien, rechnet RWE zudem von 2011 an mit „bedeutenden Belastungen“. Die RWE-Papiere sanken um 1,5 Prozent. Schlusslicht im Dax waren nach endgültigen Zahlen die Aktien von K+S, die um 2,6 Prozent nachgaben. Bemängelt wurde vor allem die vorsichtige Absatzprognose 2011 für Kali- und Magnesiumprodukte.

Ein überraschend starker Anstieg bei den Abonnentenzahlen sowie eine Vereinbarung mit Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zur Einspeisung von Programminhalten ließen die Titel von Sky Deutschland mit plus 11,8 Prozent an die M-Dax-Spitze schnellen. Dass Pro Sieben Sat.1 angesichts deutlich besserer Werbegeschäfte mit einem kräftigen Gewinnzuwachs in diesem Jahr rechnet, half den Aktien des Fernsehsenders hingegen nicht. Sie büßten drei Prozent ein und litten damit Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,12 (Vortag: 2,18) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,45 Prozent auf 127,88 Punkte. Der Bund Future verlor 0,08 Prozent auf 130,10 Punkte. Der Kurs des Euro rutschte bis zum Abend unter 1,37 Dollar und notierte bei 1,3663 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,3700 (1,3770) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7299 (0,7262) Euro.Tsp

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