So war der Tag : Gute Stimmung an den Märkten

Gut gelaunte Investoren haben am Montag vor allem eine Order an ihre Händler weitergeleitet: Kaufen! Aktien, Euro und Öl starteten mit Gewinnen in die neue Woche. Die zuletzt eher zaghaften Anleger reagierten damit auf eine Reihe hoffnungsvoller Konjunktursignale: auf die langersehnte Einigung zu neuen Kapitalvorschriften für Banken in Basel, auf eine deutlich erhöhte Wachstumsprognose der EU-Kommission und auf den Fakt, dass die chinesische Wirtschaft auch im August schwungvoll gewachsen ist. Der Dax lag bei Handelsschluss 0,8 Prozent im Plus auf 6262 Punkte. Der Euro stieg bis auf 1,284 Dollar – ein Aufschlag von anderthalb Cent zum späten Vorwochengeschäft.

„Basel, Banken, Kapitalerhöhung - das sind die Themen, die den Dax heute bewegen“, sagte LBBW-Aktienstratege Steffen Neumann. Die am Wochenende in der Schweiz vereinbarten strengeren Kapitalregeln seien ein recht guter Kompromiss. Analysten erwarteten einhellig, dass die europäischen Geldinstitute damit gut klarkommen dürften. Vor allem die schrittweise Einführung der verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsregeln dürfte den Banken genug Zeit geben, sich darauf vorzubereiten, sagte ein Händler. Auch an der Wall Street sprang der Funke über: Börsianer rechneten mit deutlichen Kursgewinnen zur Eröffnung.

In Frankfurt legten Papiere der Commerzbank gut 2,4 Prozent zu. Der Aktienkurs der Deutschen Bank stieg um 1,7 Prozent – hier bremste noch die milliardenschwere Kapitalerhöhung die Begeisterung der Anleger. Der Branchenprimus will das Geld unter anderem zur vollständigen Übernahme der Postbank verwenden. Die freien Aktionäre sollen mit 24 bis 25 Euro je Aktie abgefunden werden. Pläne, die an der Börse schlecht ankamen – Postbank-Aktien verloren fast acht Prozent.

Beim Thema Kapitalerhöhung machten am Montag auch Heidelberger Druck und Sky Deutschland von sich reden. Der hochverschuldete Maschinenbauer will Investoren mit einem kräftigen Rabatt zur Zeichnung neuer Aktien bewegen. Die Titel fielen um bis zu 2,5 Prozent. Für den chronisch defizitären Bezahlfernsehsender hielten Anleger dagegen einen Bezugspreis von 1,05 Euro je Aktie und damit mehr als den aktuellen Preis offenbar für attraktiv. Die Titel stiegen im M-Dax um 4,9 Prozent. Konjunkturabhängige Werte profitierten Händlern zufolge vor allem von den guten Produktionsdaten aus China. Der Ölpreis zog deutlich an, das Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich auf 77,20 Dollar. Bauwerte wie Heidelberg-Cement legten deutlich zu.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,11 (Freitag: 2,01) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,66 Prozent auf 127,67 Punkte. Der Bund Future verlor 0,13 auf 129,88 Punkte. Der Referenzkurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte ihn auf 1,2801 (1,2725) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7812 (0,7859) Euro. Tsp

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