So war der Tag : Hexenwerk

Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat der Dax am Freitag seine zwischenzeitlichen Gewinne nicht behaupten können. Der deutsche Leitindex drehte am „Hexensabbat“ an den Terminmärkten ins Minus und schloss 1,8 Prozent schwächer bei 7789 Punkten – das war der tiefste Stand seit fast zwei Monaten. Der Wochenverlust von 4,2 Prozent war der dritte in Folge und zudem der größte seit über einem Jahr. Für den M-Dax ging es am Freitag um 1,4 Prozent bergab auf 13 578 Punkte, während der Tec-Dax 1,5 Prozent auf 920 Punkte einbüßte.

Analyst Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel sprach von größeren Umschichtungen der Anleger, nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke jüngst einen Zeitplan zum Ausstieg aus den Anleihekäufen skizziert hatte. „Es besteht immer noch erheblicher Anpassungsbedarf.“ Der heutige Verfallstermin, an dem häufig Kursausschläge zu beobachten sind, und die guten Vorgaben aus Asien hätten nur zwischenzeitlich für eine Erholung gesorgt.

Analyst Daniel Saurenz von Feingold Research sah in den Bernanke-Aussagen indes nur den Auslöser für die Kursverluste. Belastend wirke die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in China.

Software-Titel litten unter den Resultaten ihrer US-Wettbewerber: Die SAP-Aktien fielen um 2,7 Prozent, nachdem sich gezeigt hatte, dass Oracle es derzeit nicht schafft, das Geschäft wieder in Schwung zu bringen. Die Papiere der Software AG gaben 1,9 Prozent nach. Dagegen hielten sich die ThyssenKrupp-Titel mit minus 0,4 Prozent vergleichsweise gut. Eine Investorenveranstaltung des Industriekonzerns habe gezeigt, dass die Sorgen um die Höhe der im Mai ins Gespräch gebrachte Kapitalerhöhung überzogen sein könnten, sagte ein Händler. Auch für die Aktien der Deutschen Telekom war die Stimmung positiv: Sie gaben nur um 0,4 Prozent nach.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,35 Prozent am Vortag auf 1,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 133,22 Punkte. Der Bund Future gab um 0,54 Prozent auf 141,40 Punkte. Der Euro sank auf 1,3116 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3180 (Donnerstag: 1,3200) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7587 (0,7576) Euro gekostet.Tsp

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