So war der Tag : Keine Gewinne im Dax

Anhaltende Sorgen um eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise haben den Dax am Montag deutlich ins Minus gedrückt. Nach einem freundlichen Auftakt erreichte der Leitindex im frühen Handel zunächst seinen höchsten Stand seit Juni 2008, bevor er dann abrutschte und bis Handelsschluss 2,2 Prozent auf 6697 Punkte nachgab. Der M-Dax mittelgroßer Werte verlor 2,1 Prozent auf 9260 Punkte und auch für den Technologieindex Tec-Dax ging es um zwei Prozent auf 776 Punkte nach unten.

Die negative Eröffnung der US-Börsen habe die Kurse belastet, sagten Händler. Noch größer sei allerdings die Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise. Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank sagte dazu: „Die Anleger reagierten mit Enttäuschung auf die Nachricht, dass Italien trotz der am Wochenende beschlossenen Hilfen für Irland höhere Zinsen für Anleihen bezahlen muss.“ Zudem zeige der am Sonntag getroffene Beschluss der EU-Finanzminister für einen dauerhaften Krisenmechanismus in der Euro-Zone dem Markt nicht auf, wohin die Reise gehe. Die Vereinbarung sieht vor, dass private Gläubiger wie Banken „von Fall zu Fall“ und erst bei drohender Zahlungsunfähigkeit zwingend einbezogen werden.

In dem sehr schwachen Gesamtmarkt kamen konjunkturempfindliche Werte kräftig unter Verkaufsdruck. Thyssen-Krupp-Aktien sanken um 3,7 Prozent, MAN-Titel verloren 4,1 Prozent. Deutsche-Bank-Papiere rutschten um drei Prozent ab. Die defensiven Papiere der Deutschen Telekom gaben nur um ein Prozent nach.

Im M-Dax sackten die Aktien des Baukonzerns Hochtief um 6,3 Prozent ab. Wie der „Spiegel“ berichtete, könnte sich die Bafin der Übernahme durch den spanischen Großaktionär ACS wegen schwerwiegender Bedenken in den Weg stellen. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde wollte noch am Montagabend eine Entscheidung dazu bekanntgeben. Aktien der Postbank verloren 6,6 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass die Papiere vor dem Ausscheiden aus dem Index mittelgroßer Werte stehen, nachdem die Deutsche Bank die Mehrheit übernommen hat und somit die Indexregeln für den Streubesitz nicht mehr erfüllt werden.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 ging mit einem satten Minus aus dem Handel, in London und Paris gaben die Leitindizes ebenfalls nach. Auch an den US-Börsen gerieten die Notierungen zum Handelsschluss in Europa unter Druck.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,39 (Freitag: 2,34) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 126,71 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,19 Prozent auf 127,11 Punkte. Der Kurs des Euro gab weiter nach und notierte zuletzt bei 1,3084 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,3146 (1,3225) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7607 (0,7561) Euro.Tsp

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