So war der Tag : Kriegsgefahr hilft Rheinmetall

Der sich abzeichnende Militärschlag westlicher Staaten gegen Syrien hat den deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch belastet. Der Dax fiel kurzzeitig unter 8100 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit sieben Wochen. Bis zum Handelsschluss dämmte der deutsche Leitindex seine Verluste aber etwas auf ein Prozent bei 8158 Punkten ein. Der M-Dax fiel um 1,3 Prozent auf 14 325 Punkte. Der Tec-Dax gab um 1,1 Prozent auf 1010 Punkte nach.

Eine Woche nach einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz rückt ein Militärschlag des Westens gegen das syrische Regime offenbar immer näher. Die erwartete Strafaktion unter Führung der USA könnte amerikanischen Medienberichten zufolge bereits an diesem Donnerstag beginnen. Vor diesem Hintergrund sowie mangels positiver Nachrichten von Unternehmensseite habe sich die Stimmung der Anleger weiter getrübt, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Die Unsicherheit sei zurück.

Eher schwache Konjunkturdaten gerieten da fast schon in den Hintergrund. In Deutschland trübte sich das Konsumklima erstmals seit Jahresbeginn wieder ein. Zudem war in den USA die Zahl der noch nicht vollständig abgeschlossenen Hausverkäufe im Juli überraschend gefallen.

Im Dax fielen Lufthansa-Titel mit einem Minus von mehr als drei Prozent auf den tiefsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres. Die Aktien der Fluggesellschaft litten unter der Entwicklung am Ölmarkt, wo die Preise aus Sorge vor einer Eskalation des Syrien-Konflikts stark nach oben getrieben wurden. Rheinmetall-Papiere entzogen sich dem negativen Trend und kletterten an der Spitze des M-Dax um 1,7 Prozent nach oben. Vermutlich stütze die steigende Kriegsgefahr die Papiere des Rüstungsunternehmens und Automobilzulieferers, sagten Händler.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,55 Prozent am Vortag auf 1,52 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 132,73 Punkte. Der Bund Future verlor 0,43 Prozent auf 140,33 Punkte. Der Kurs des Euro gab bis zum europäischen Handelsschluss leicht auf 1,3322 US-Dollar nach. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,3347 (Dienstag: 1,3338) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7492 (0,7497) Euro. Tsp

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