So war der Tag : Leise fallen die Kurse

Die Zinserhöhung in China hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt am Montag die Feiertagslaune etwas verdorben. Der Dax rutschte wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten und notierte kurz vor Handelsschluss bei 6970 Zählern mit 1,2 Prozent im Minus. Allerdings gaben sich die meisten Händler gelassen. Seit Wochen war mit einer Straffung der chinesischen Geldpolitik gerechnet worden.

Dass die Chinesen allerdings ausgerechnet an Weihnachten ihre Leitzinsen um je 25 Basispunkte anhoben, habe einige Anleger doch etwas irritiert und zu Gewinnmitnahmen veranlasst. „Die Zinserhöhung in China lastet auf der Stimmung, aber eine Trendumkehr ist das nicht“, erklärte ein Händler. „Das Orderbuch ist aber sehr dünn, so dass schon kleinere Verkaufsaufträge zu größeren Bewegungen führen können.“ Chinas Zentralbank hatte am zweiten Weihnachtstag die Zinsen für Kredite um 25 Basispunkte auf 5,81 Prozent und für Einlagen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent angehoben. Damit tritt Chinas Führung auf die Konjunkturbremse, um die Teuerungsrate in dem rasant wachsenden Schwellenland in Schach zu halten.

Händler warnten davor, die Kursbewegung überzubewerten. Schließlich fehlten zwischen Weihnachten und Silvester viele Investoren. Die Börse in London blieb geschlossen, so dass die Kontinentaleuropäer bis zur Eröffnung der US-Börsen weitgehend unter sich blieben.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Autowerte, die im Börsenjahr 2010 ansonsten zu den Favoriten der Anleger zählten. Händler machten dafür ebenfalls Meldungen aus China über neue Regeln zur Eindämmung des Straßenverkehrs verantwortlich, die Investoren offenbar zu Gewinnmitnahmen genutzt hätten. Jeden Tag werden in der Hauptstadt Peking 2000 neue Fahrzeuge zugelassen, was erheblich zur Luftverschmutzung beiträgt. Papiere von BMW waren mit minus 6,4 Prozent das Schlusslicht im Dax. Daimler-Aktien verloren 4,6 Prozent, VW-Titel büßten 5,8 Prozent ein. Dabei haben BMW und VW im Jahr 2010 ihren Wert nahezu verdoppelt. Daimler liegen 45 Prozent höher als zu Jahresbeginn. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für die deutschen Hersteller.

Spitzenreiter im Dax waren die Aktien von K+S mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent. Das anhaltende Winterwetter in Deutschland sei gut für das Geschäft mit Streusalz, sagten Händler.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,60 (Donnerstag: 2,51) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,23 Prozent auf 124,56 Punkte. Der Bund Future verlor 0,35 Prozent auf 124,71 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3136 (Freitag: 1,3009) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7613 (0,7634) Euro. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar