So war der Tag : Nervös ins Wochenende

Nach einem nervösen Handelstag haben sich die Börsianer am Freitagabend ins Wochenende verabschiedet. Der Dax, der zeitweise deutlich bis auf knapp 5900 Punkte gestiegen war, notierte zuletzt wieder schwächer. Gerüchte und Aussagen zur Euro-Schuldenkrise bewegten die Anleger – mal in die eine, mal in die andere Richtung. Zum Handelsschluss lag der Dax bei 5800 Punkten – ein Minus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vortag. Auch der M-Dax verlor: 1,1 Prozent auf 8626 Zähler. Der Tec-Dax sank ebenfalls um 1,4 Prozent auf 670 Punkte.

Der Dax schlage sich angesichts der Probleme in Europa recht wacker, sagte Händler Norbert Empting von der Schnigge Wertpapierhandelsbank und konstatierte einen ruhigen Handel. Vor den Wahlen am Wochenende in Spanien blieben aber die Probleme in der Eurozone im Fokus. Die Unsicherheit sei weiter hoch, meinten Händler. Für Erleichterung sorgte, dass die neue italienische Regierung unter Ministerpräsident Mario Monti Rückendeckung im Parlament für ihr Spar- und Sanierungsprogramm bekam. Die Zurückhaltung der russischen Zentralbank in der Frage einer Beteiligung am Rettungsfonds EFSF belastete am Nachmittag hingegen die europäischen Aktienmärkte und den Euro. Der russische Notenbankpräsident Sergej Ignatjew hatte zuvor gesagt, angesichts der noch unklaren Details über die Ausgestaltung des EFSF würde er sich derzeit nicht für einen direkten Einstieg aussprechen. „Das hat den Abgabedruck auf Dax und Euro verstärkt“, sagte ein Börsianer.

Nachdem die deutschen Aktiengesellschaften ihre Berichtssaison fast beendet haben, rückten verstärkt Unternehmensnachrichten abseits der Quartalszahlen in den Fokus. Im Mittelpunkt standen Autotitel. Diese entwickelten sich europaweit etwas schwächer als der Gesamtmarkt. Die Börsianer richteten ihr Interesse am Tag der VW-Aufsichtsratssitzung vor allem auf die Titel des Autobauers. Der japanische Partner Suzuki drängt verstärkt auf einen Rückzug des Großaktionärs aus Wolfsburg. VW-Vorzugsaktien gaben um 1,9 Prozent nach. BMW-Titel verloren 1,7 Prozent. Der Konzern hatte seinen Anteil an SGL Carbon aufgestockt. Deren Aktienkurs kletterte deutlich – zuletzt um 1,2 Prozent. Bewegung kommt auch in den geplanten Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext. Die beiden Unternehmen sind bei ihrer Fusion zum weltgrößten Börsenbetreiber zu Zugeständnissen an die Wettbewerbshüter bereit. Die Deutsche- Börse-Titel stiegen um 2,8 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,64 (Donnerstag: 1,52) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,51 Prozent auf 130,73 Punkte. Der Bund Future sank um 0,39 Prozent auf 136,79 Punkte. Der Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3576 (1,3480) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7366 (0,7418) Euro. Tsp

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