So war der Tag : Positive Signale aus den USA

Nach drei schwachen Tagen hat sich der Dax am Donnerstag auf Erholungskurs begeben. Auslöser waren laut Händlern neben einer erfolgreich verlaufenen Auktion spanischer Staatsanleihen erfreuliche US-Konjunkturdaten sowie der anstehende Verfall von Futures und Optionen an den Terminbörsen. Sein Tageshoch von knapp unter 5800 Punkten konnte der deutsche Leitindex bis Handelsschluss jedoch nicht verteidigen, er ging mit einem Plus von einem Prozent bei 5731 Punkten aus dem Handel. Der M-Dax gewann 1,4 Prozent auf 8519 Punkte, und der Tec-Dax legte um 0,9 Prozent auf 667 Punkte zu.

„Der Großteil der Börsenteilnehmer ist verunsichert und hält sich mit Investitionen am Aktienmarkt zurück“, kommentierte Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser den erneut schwankungsreichen Tag. Den Grund für die teils kräftigeren Kursausschläge sah er vor allem in dem an diesem Freitag anstehenden „Hexensabbat“, dem großen Verfallstermin. „Der eine oder andere dürfte sich gewünscht haben, dass der Dax gen 6000 Punkte läuft und in diese Richtung agiert haben, was aber nicht geklappt hat.“ Zudem verwies Helmer auf das derzeit sehr enge Zusammenspiel von Euro und Börse. „Schwächelt der Euro, schwächelt auch der Aktienmarkt.“ Die Gemeinschaftswährung, deren Referenzkurs von der Europäischen Zentralbank am Nachmittag noch auf 1,3019 Dollar festgelegt worden war, sank am frühen Abend zeitweise unter 1,30 Dollar. Zuletzt stand der Euro wieder bei 1,3012 Dollar.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Finanzunternehmen. An der Indexspitze knüpften die Titel der Commerzbank mit plus 6,7 Prozent an ihr Vortagesplus an. Erneut hätten Spekulationen über einen Verkauf des Immobilienfinanzierers Eurohypo den Kurs hochgetrieben, sagten Händler. Die Papiere der Allianz stiegen um drei Prozent und die Titel der Deutschen Bank legten um 1,5 Prozent zu.

Die Siemens-Papiere gaben dagegen um 0,75 Prozent auf 71,54 Euro nach und zählten damit zu den größten Verlierern im Leitindex.

Nachdem die Volkswirte von der US-Bank Goldman Sachs ihre Konjunkturprognosen gesenkt hatten, stufte Goldman-Sachs-Analyst Aaron Ibbotson nun den konjunktursensiblen europäischen Investitionsgütersektor ab und senkte in der Folge auch seine Bewertung für die Siemens-Aktie sowie das Kursziel.

Der EuroStoxx 50 beendete den Tag mit plus 0,9 Prozent auf 2225 Punkte und auch die Börsen in London und Paris legten zu. In den USA gewann der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,4 Prozent hinzu, während die Nasdaq-Börsen moderat nachgaben.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,53 (Mittwoch: 1,62) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,51 Prozent auf 131,26 Punkte. Der Bund Future sank um 0,15 Prozent auf 137,65 Punkte. Tsp

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