So war der Tag : Schuldenkrise lässt Anleger kalt

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag mit einem deutlichen Plus geschlossen. Der Leitindex Dax legte um 1,9 Prozent auf 6933 Punkte zu. Für den M-Dax der mittelgroßen Werte ging es um 1,7 Prozent auf 10 167 Punkte bergauf und der Tec-Dax rückte um ein Prozent auf 900 Punkte vor. In Paris und London schlossen die nationalen Aktienindizes ebenfalls deutlich im Plus.

„Anscheinend haben viele Börsianer das weiter niedrige Kursniveau zum Markteinstieg genutzt“, schrieb Analyst Andre Saenger von IG Markets. Auch schwache US-Konjunkturdaten hätten die Kauflaune nicht beeinträchtigt. Gleiches galt für den Rücktritt des portugiesischen Regierungschefs José Sócrates wegen einer Schlappe bei der Abstimmung über ein neues Sparpaket: Dies war laut Experten erwartet worden, so dass sich auch der Euro kräftig erholen konnte.

BASF-Titel gewannen dank optimistischer Zukunftsaussagen 3,4 Prozent und gehörten damit zu den Spitzenwerten im Dax. Der Chemiekonzern rechnet im laufenden ersten Quartal mit einem starken Wachstum. Über ein Kursplus von 3,7 Prozent auf konnten sich die Aktionäre von Heidelberg-Cement freuen. Händler verwiesen auf die Annahme, der Bedarf an Bau- undRohstoffen dürfte wegen des Wiederaufbaus in Japan steigen.

Unter den Favoriten der Anleger waren auch die Papiere der Autobauer und Zulieferer zu finden. Hier half laut Analyst Saenger eine Prognose des Ifo-Instituts, derzufolge der Umsatz von Deutschlands Autoindustrie im laufenden Jahr um zehn Prozent deutlich wachsen soll. Bester Wert im Leitindex waren BMW mit einem Plus von 4,2 Prozent. VW-Vorzüge konnten um 2,6 Prozent zulegen. Daimler macht laut Kreisen Fortschritte bei der Übernahme des Motorenbauers Tognum, was für ein Kursplus von 3,5 Prozent sorgte.

Die Anteilsscheine von Fuchs Petrolub kletterten im M-Dax um 2,5 Prozent, was Händler aber vor allem mit dem angekündigten Aktiensplit erklärten.

Unterdessen teilte die Deutsche Börse mit, dass in Frankfurt der Handel künftig um acht Uhr beginnen soll – eine Stunde früher als bisher. Die Xetra-Spezialisten, die im Mai die Makler auf dem Parkett ablösen, sollen nach dem Willen des Börsenrates voraussichtlich ab Juni an Werktagen von acht bis 20 Uhr arbeiten. Die Kernhandelszeit der elektronischen Xetra-Plattform soll aber unverändert bleiben.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,96 (Mittwoch: 2,97) Prozent. Der Rentenindex Rex ging um 0,18 Prozent auf 121,84 Punkte zurück. Der Bund Future verlor 0,07 Prozent auf 122,21 Punkte. Der Kurs des Euro stieg auf 1,4196 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4128 (1,4136) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7078 (0,7074) Euro gekostet.Tsp

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