So war der Tag : Wall Street schwächt den Dax

Anleger haben sich am Montag von Kursverlusten an der Wall Street die Kauflaune wieder verderben lassen. Nachdem an den US-Börsen die Kurse ins Minus gerutscht waren, ging es auch in Europa abwärts. Der Dax schloss 0,2 Prozent tiefer bei 7161 Punkten. Bis zum Nachmittag hatten positive Impulse aus Asien noch für moderate Gewinne beim deutschen Leitindex gesorgt. Der M-Dax mittelgroßer Werte hingegen stieg um 0,2 Prozent auf 10 163 Punkte, der Technologiewerte-Index Tec-Dax rückte 0,32 Prozent vor auf 896 Punkte.

„Wir folgen der Wall Street“, sagte ein Händler. „Allerdings sind die Umsätze sehr gering, viele Anleger in Deutschland nutzen den Karneval offensichtlich für einen Kurzurlaub.“ Die geringen Umsätze sorgten Händlern zufolge zeitweise für hohe Ausschläge in beide Richtungen.

Auf die Stimmung drückte auch der relativ hohe Ölpreis: Öl der US-Sorte WTI kostete angesichts der andauernden Kämpfe um Libyen zeitweise fast 107 Dollar je Barrel– so viel wie seit September 2008 nicht mehr.

Dax-Schwergewicht BASF stützte mit einem Plus von einem Prozent den Leitindex, während die ebenfalls schwer gewichteten Aktien von Siemens den Dax drückten. Hauptgesprächsthema am Markt war aber das Interesse von Daimler und Rolls-Royce an dem Motorenbauer Tognum. Die beiden Unternehmen wollen zu gleichen Teilen die Mehrheit an dem Motorenbauer übernehmen. Die im M-Dax gelisteten Titel von Tognum stiegen um 23 Prozent. Ein solcher Deal sei für alle Beteiligten sinnvoll, erklärten Händler die Euphorie der Anleger. Auch bei den Daimler-Aktionären kam das Vorhaben gut an: Die Aktien zogen um 0,7 Prozent an. Rolls-Royce dagegen fielen um 0,7 Prozent.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten auch Heidelberg Cement mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent. Die Titel orientierten sich Händlern zufolge an den in Mailand notierten Aktien von Italcementi – dem weltweit fünfgrößten Zement-Hersteller. Italcementi legten 4,6 Prozent zu, nachdem der Konzern mit seiner Bilanz die Erwartungen übertroffen und sich positiv zu 2011 geäußert hatte.

Zu den Schlusslichtern im M-Dax zählten die Aktien von Gagfah mit einem Minus von drei Prozent. Dem Immobilienkonzern droht im Streit um die Privatisierung von Dresdner Wohnungen eine Klage. Wenig gefragt waren auch Salzgitter, die mit einem Abschlag von 1,6 Prozent zu den M-Dax-Verlierern zählten. Anlegern war der Ausblick des Stahlkonzerns zu vorsichtig.

Am Rentenmarkt blieb die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 3,03 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,09 Prozent auf 121,53 Punkte. Der Bund Future gab 0,28 Prozent auf 122,81 Punkte ab. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4028 (Freitag: 1,3957) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7129 (0,7165) Euro. Tsp

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