Software-Offenlegung : EU zwingt Microsoft zu mehr Transparenz

Der US-Softwareriese Microsoft soll nach Willen der EU heikle Informationen über sein System herausgeben. Der Konzern sträubt sich dagegen, denn er kann kaum auf eine entsprechende Entschädigung im Gegenzug rechnen.

London - Microsoft werde dafür bestenfalls einen "winzigen Teil" dessen erhalten, was das Unternehmen dafür fordere, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf ein vertrauliches Schreiben der Brüsseler Behörde. Für die Offenlegung der so genannten Schnittstellenspezifikationen von Arbeitsgrupppen-Servern habe Microsoft 5,95 Prozent der damit von anderen Unternehmen eingenommenen Gelder gefordert. Die Konkurrenten IBM, Sun und Oracle hätten die Preisvorstellungen von Microsoft aber als überzogen abgelehnt.

Die EU-Kommission hatte bereits im März 2004 gegen Microsoft eine Geldbuße von fast einer halben Milliarde Euro verhängt und das Unternehmen zur Offenlegung des Programms verpflichtet. Damit sollten andere Anbieter konkurrenzfähige Betriebssysteme für Arbeitsgruppenserver entwickeln können. Soweit geschützte Rechte geistigen Eigentums betroffen sind, sollte Microsoft eine angemessene Vergütung erhalten. Seitdem streiten die Parteien über die Bedingungen für die Erfüllung dieser Auflagen. (tso/AFP)

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