Solarindustrie : Inder lösen Solon-Chef Säuberlich ab

Seit der Solon-Insolvenz im Frühjahr 2012 kontrolliert die Microsol-Gruppe das Berliner Solarunternehmen. Nun musste der ehemalige Vorstandschef gehen.

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Solarmodule "made in Berlin", gemanagt aus Indien.
Solarmodule "made in Berlin", gemanagt aus Indien.Foto: dpa

Die neuen Eigentümer der Berliner Solarfirma Solon haben sich von dem ehemaligen Vorstandschef Stefan Säuberlich getrennt. Künftig werde Herr Anjan Turlapati, Mitgründer des indischen Unternehmens Microsol, die Geschäfte führen, teilte Solon am Montag in Berlin mit. Säuberlich werde dem Unternehmen aber weiterhin „mit seiner Expertise beratend erhalten“ bleiben, hieß es.

Der 48-jährige Berliner Manager hatte im Januar 2010 die Führung des damals börsennotierten Unternehmens übernommen, das bereits als finanziell angeschlagen galt. Säuberlich hat Erfahrung mit Problemfällen: Zuvor war er Finanzchef bei Wadan-Werften in Wismar und Rostock, die in die Insolvenz gingen. Nach knapp zwei Jahren auf dem Chefsessel bei Solon musste Säuberlich allerdings auch dort den Insolvenzantrag einreichen. Er blieb aber und führte unter Aufsicht des Berliner Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg die Verhandlungen mit möglichen Investoren.

Im Frühjahr 2012 erhielt dann die von indischen Ingenieuren gegründete und geführte Microsol-Gruppe mit Sitz im arabischen Emirat Fudschaira den Zuschlag zum Kauf weiter Teile der zahlungsunfähigen Solon SE. Microsol übernahm auch einen Großteil der Mitarbeiter in Projektmanagement, Vertrieb und Solarmodulfertigung in Berlin-Adlershof.

Dank der Neuausrichtung der Solon Energy GmbH, wie das Unternehmen heute heißt, sei es gelungen, sich in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten, teilte Solon nun mit. Die Produktion in Berlin etwa wurde ausgebaut. Nach der erfolgreichen Restrukturierung des operativen Geschäfts solle Solon nun weiter in die Microsol-Gruppe integriert werden, hieß es weiter. „Wir haben die Chance genutzt, Solon wieder eine gute Perspektive zu geben. Ich sehe meine wesentliche Aufgabe damit als erfüllt an“, sagte Stefan Säuberlich.

Sein Nachfolger Turlapati, der seinerzeit die Kaufverhandlungen führte, dankte seinem Vorgänger: „Stefan Säuberlich hinterlässt uns ein gut aufgestelltes Unternehmen. Er war der richtige Mann für die Restrukturierung und ein guter Partner für den Neubeginn.“ Solons langjähriger Technik-Vorstand Lars Podlowski werde seinen Posten behalten, hieß es.

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