Wirtschaft : Solarindustrie profitiert von hohem Ölpreis

Anselm Waldermann

Berlin - Der hohe Ölpreis der vergangenen Monate hat die Nachfrage nach Solaranlagen angekurbelt. Während sich Heizöl im Jahresverlauf 2004 von rund 34 Cent je Liter auf bis zu 51 Cent verteuerte, wurden Monat für Monat mehr Solarwärmeanlagen in Auftrag gegeben. So stieg die Zahl der Anträge im Marktanreizprogramm, über das Solaranlagen staatlich gefördert werden, von rund 4000 im Januar auf über 12 000 im Dezember. Vor allem im Herbst, als sich Öl besonders stark verteuerte, stiegen immer mehr Hausbesitzer auf Solar um. „Der Ölpreis ist eine gute Basis für das Wachstum unserer Branche“, sagte Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarindustrie (BSI), dem Tagesspiegel.

Gegenüber dem Absatz im Jahr 2003 blieb die Nachfrage 2004 allerdings zurück. Im Gesamtjahr wurden statt 153 000 nur noch 84 000 Anträge gestellt. Hauptgrund dürfte allerdings eine Umstellung der staatlichen Förderung gewesen sein: So werden Solaranlagen zur Stromerzeugung seit Januar 2004 aufgrund des Erneuerbare Energiengesetzes (EEG) stärker gefördert als Solarwärmeanlagen. Entsprechend mehr Hausbesitzer entscheiden sich für die solare Stromerzeugung. „Wirtschaftlich erscheint das vielen attraktiver“, erklärt Stryi-Hipp. Dass die Nachfrage nach Solarwärmeanlagen dennoch im Jahresverlauf so stark angezogen habe, sei vor allem mit dem Ölpreis zu erklären.

Stryi-Hipp ist daher auch für das Jahr 2005 optimistisch. „Mit jedem weiteren Preisschub beim Öl wird Solarwärme interessanter.“ Er räumt zwar ein, dass es für die meisten Kunden derzeit noch schwierig abzuschätzen sei, inwieweit sich eine Solaranlage auch wirtschaftlich rentiert, „bei einem noch höheren Ölpreis wird die Entscheidung aber vielen leichter fallen.“ Wachstumspotenzial hat die Branche in jedem Fall: Bisher werden in Deutschland erst vier Prozent aller Einfamilienhäuser mit Sonnenwärme beheizt.

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